Text-Bild-Ansicht Band 33

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Wasser verdunstet, während man über freiem Feuer deren 5 und noch mehr verdampfen kann.

Die Fehler, welche alle unsere Dampf-Apparate bei ihrer gegenwärtigen Einrichtung haben, werden nie vollkommen beseitigt werden können. Die Gefahr einer Explosion, die complicirte Einrichtung des Apparates und die schwierige Ausbesserung, dieses sind Nachtheile, welche dem Systeme angehören und die man nur mehr oder weniger verringern kann; ich ziehe daher für jezt noch in den meisten Fällen das Abdampfen über freiem Feuer vor, hauptsächlich wenn die Zukerfabrikation wegen landwirthschaftlicher Zweke und nach einem kleinen Maßstabe betrieben wird, auch weit von mechanischen Werkstätten entlegen ist.

Hr. Derosne bemüht sich seit vielen Jahren eine Einrichtung herzustellen, wobei das Abdampfen stätig vorgenommen und daher in derselben Zeit zwei Mal so viel geleistet wird. Dieses Princip, gegen welches sich aus der Theorie, wenn man bloß auf die Ersparung an Brennmaterial sieht, keine Einwendungen machen lassen, bietet in der Praxis unübersteigliche Hindernisse dar. Hr. Derosne hat seinen Apparat jezt möglichst vereinfacht, und doch sind die Resultate unvollständig; sie sind es bei aller Ersparung an Brennmaterial meiner Meinung nach deßwegen, weil nicht alle Bedingungen, welche das Abdampfen des Saftes erheischt, dabei erfüllt sind. Bei diesem Apparate wird nämlich der Saft zuerst in Kesseln, welche über freiem Feuer erhizt werden, gekocht und dann durch ein bloßes Verdunsten vollends concentrirt, indem er auf Metallplatten circulirt, die mit Dampf erhizt werden. Es ist hiebei unumgänglich nöthig, daß der Saft in einer dünnen Schichte circulirt, weil man ihn unmöglich zum Sieden bringen kann. Diese Circulation ist nach meinen Beobachtungen und meiner Erfahrung ein Umstand, welcher die Annahme des Apparates des Hrn. Derosne für die zum Verkochen bestimmten Runkelrübensyrupe immer verhindern wird. Die Circulation auf heißen Platten bringt in dem Syrup diejenige Veränderung hervor, welche die Raffinirer das Schmierigwerden nennen. Da dieser Apparat sehr complicirt ist, so wird seine Anwendung immer mit Schwierigkeiten verbunden seyn. Ehe man damit Versuche zu Paris anstellte, hatte man ihn in den Colonien angewandt, aber keine guten Producte erhalten; übrigens war er etwas von demjenigen verschieden, welcher zu Chaillot bei dem Erfinder verfertigt wurde. Man hat ihn auch ohne Erfolg in der Fabrik der HHrn. Blanquet und Harpignies versucht.

Vor Kurzem erfand Hr. Hallette einen neuen Abdampfungs-Apparat. Derselbe besteht aus einem beweglichen Doppel-Cylinder. Seine Achse ist schwach geneigt. Der Dampf tritt zwischen die beiden