Text-Bild-Ansicht Band 33

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„Der Dampf des Syrups entweicht aus meinem Concentrator mit stätiger Wirkung und unbeschränkter Oberfläche durch eine kupferne Röhre von 10 Zoll Durchmesser, und mit einer Geschwindigkeit, die fast so groß ist, als diejenige, womit er aus dem Ventil einer Dampfmaschine mit niedrigem Druk austritt. Ich kann ihn in Röhren leiten, welche auf 7 oder 8 Zoll reducirt sind und die man sodann in allen Räumen der Fabrik, welche erwärmt werden müssen, circuliren lassen kann, z.B. in den Bleichstuben u.s.w.97). Es ist hinreichend, wenn die obere Oeffnung dieser Wärmungsröhre zuoberst auf dem Gebäude ganz offen ist, so daß sie dem Dampf einen freien Austritt gestattet. Diese Ersparniß, welche man nicht mit derjenigen verwechseln darf, die man bei einer ähnlichen Heizmethode zu finden glaubt, wenn man wie zu Roye und in einigen Fabriken zu Paris, Maschinen mit hohem Druk ohne Verdichter anwendet, welche zwei Mal so viel Kohle wie die meinigen erfordern, macht diesen Apparat in Verbindung mit seinen übrigen Vortheilen, sehr schäzbar.“

Nach dieser Mittheilung machte ich Hrn. Hallette einige Bemerkungen über das Princip seines Apparates, worauf er die Güte hatte, mir neue Nachrichten darüber zu ertheilen, die ich hier wörtlich bekannt mache, um keine Verantwortlichkeit auf mich zu laden.

„Die hier folgenden Resultate erhielt ich nicht etwa mit einigen Litern Saft, sondern mit Massen von 15, 20 und 30 Hektolitern, die ich auch zu meinen früheren Versuchen anwandte.“

„Als die Tension des Dampfes in dem Kessel 3 Atmosphären betrug, machte mein Concentrator 7 Umdrehungen in der Minute.“

„Als ich von einem geläuterten Runkelrübensaft, welcher 5 1/2 Grade am Aräometer zeigte, in jeder Minute 12 Liter zuließ, erhielt ich in derselben Zeit Syrup von 25 bis 26 Aräometer-Graden, dessen Temperatur nur 57 bis 58° R. betrug; das Verdichtungswasser des angewandten Dampfes verhält sich zur Masse des verdunsteten Saftes ungefähr wie 1 zu 1,60.“

„Da regelmäßig in jeder Minute zwei Liter Syrup aus dem Apparate treten, so bleibt offenbar jedes Liter Syrup nur dreißig Sekunden darin. Da er mit so niedriger Temperatur austritt und so sehr an Brennmaterial erspart wird, so ist kein Zweifel, daß der Raum, worin der Saft siedet, ein verdünnter ist.“

„Ich wollte in diesem Jahre die Vortheile, welche mein System darbietet, wenn es auf einen Verkochungs-Apparat angewandt wird, noch nicht bekannt machen; aber ich konnte Hrn. de Beaujeu, welchem

97)

Man vergl. weiter unten das Capitel: Bleichen des Zukers.

A. d. R.