Text-Bild-Ansicht Band 33

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ich eine beträchtliche Menge Arbeit zu liefern habe, den Beweis der Thatsachen, welche ich ihm in dieser Beziehung mittheilte, nicht verweigern. Während seines Aufenthaltes dahier habe ich einen vorläufig auf 25 Grade concentrirten Syrup verkocht, ohne ihn filtrirt oder geklärt zu haben; die Operation geschah mit einer außerordentlichen Schnelligkeit, der Syrup war so flüssig, daß man nicht hätte vermuthen sollen, daß er die Probe ablegen könnte, und seine Temperatur betrug nur ungefähr 68° R. Man kann sich keine Vorstellung von der Leichtigkeit machen, womit alle diese Operationen ausgeführt werden, und von den unermeßlichen Vortheilen jeder Art, welche die Zukerfabrikanten, die Raffinirer und viele andere Manufakturisten aus diesem neuen Princip ziehen müssen.“

„Ich glaube nicht zu viel zu behaupten, wenn ich sage, daß eine Fabrik, wenn sie zwekmäßig geleitet wird, mit zwei Läuterungs-Apparaten, einem Verkochungs-Apparat nach meinem System, und einem stätig wirksamen mechanischen Filter, so wie ich jezt ein solches herzustellen beabsichtige, vollkommen ausreichen könnte.“

Um das Ansezen eines Niederschlages in diesem Apparate zu verhindern, scheint er mit einer beweglichen Rachel versehen zu seyn. Bei genauer Prüfung desselben finde ich die Bedingung einer möglichst schnellen Abdampfung wohl erfüllt, aber um welchen Preis? auf Kosten einer wesentlichen Eigenschaft des Syrups. Ich glaube mit Gewißheit vorhersagen zu können, daß der in diesem Apparate concentrirte Syrup keinen so guten Zuker gibt, wie derjenige, welchen man durch das gewöhnliche Einkochen erhält. Daß der Syrup darin circulirt, ist für die Concentration sehr schädlich und daß er darin durch die Rachel gerieben wird, noch viel mehr. So wird also eine sehr sinnreiche und merkwürdige Anwendung des Cylinders in Folge der Eigenschaften des Productes, welches man während der Arbeit ohne Nachtheil weder circuliren lassen noch umrühren noch reiben kann, ganz unnüz. Die Erfahrungen, welche diese Behauptungen rechtfertigen, sind mir eigenthümlich und noch unbekannt; sie stimmen übrigens mit den Beobachtungen vieler Raffinirer, besonders derjenigen, welche sich mit der Kandis-Fabrikation beschäftigen, überein98). Diese Bewegung ist den Apparaten der HHrn. Derosne und Hallette gemeinschaftlich, und die Einwendungen, welche ich lezterem mündlich gemacht habe, als sein Apparat noch nicht ausgeführt worden war, gründeten sich, wie ich glaube, auf dieselben Principien.

98)

Diese Fabrikation, mit welcher ich mich beschäftigt habe, ist außerordentlich schwierig und man lernt dabei sehr viele Einflüsse würdigen und entdekt eine Menge von Thatsachen, die bei der Raffinirung des Hutzukers unbemerkt bleiben.

A. d. O.