Text-Bild-Ansicht Band 33

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Apparat zum Abdampfen im luftleeren Raume. – Hr. Roth, ein sehr ausgezeichneter Mechaniker, hat einen Apparat zum Abdampfen im leeren Raume erfunden, welcher zu Péronne bei Hrn. Leclerq in Wirksamkeit ist; die Einfachheit desselben ist in Bezug auf seine Resultate merkwürdig. Wir halten das Abdampfen und Verkochen des Zukers im leeren Raume nicht für vortheilhaft, empfehlen daher auch keineswegs den Apparat des Hrn. Roth für den Runkelrübenzuker, theilen aber davon in diesem Journale eine Zeichnung und Beschreibung mit, weil wir ihn für eine sehr sinnreiche und neue Anwendung des Dampfes halten99).

Klärung.

Nach dem Abdampfen enthält der Saft immer eine sehr beträchtliche Menge suspendirter Substanzen, welche bisweilen noch durch thierische Kohle, die man während des Abdampfens zusezt, vermehrt werden. Man scheidet sie durch die Klärung ab, welche immer mit thierischer Kohle oder Ochsenblut oder Milch vorgenommen wird.

Wenn man auf Krystallisation arbeitet, so dampft man den Syrup so weit ab, daß er heiß 32° zeigt, klärt ihn, und läßt ihn mehrere Tage lang durch Ruhe absezen; er erkältet dann und es scheidet sich aus ihm ein Saz ab, welcher sich in den Krystallisationsgefäßen gebildet haben würde, wenn man ihn sogleich in diese gebracht hätte. Die Kohlen, welche man bei diesem Verfahren abscheidet, werden gewöhnlich wieder zur Läuterung gebracht, wo sie in den Schaum gehen.

Wenn man den Syrup zum Verkochen bestimmt, so klärt man ihn, sobald er heiß 26 oder 27° zeigt und filtrirt ihn, oder läßt ihn absezen. In allen Fällen und besonders wenn man über freiem Feuer verkochen will, ist es aber wichtig, den Syrup erst dann zu klären, wenn er möglichst dicht ist, das heißt wenigstens 29 bis 30° noch heiß am Aräometer zeigt. Es bildet sich dann beim Verkochen weniger Saz und der Syrup hängt sich nicht so an den Boden des Kessels an.

An Statt den Niederschlag durch Ruhe sich sezen zu lassen, finde ich es besser zu filtriren, die Kohlen, welche in dem Filter bleiben, mit etwas Wasser in Säke zu bringen und sie nach und nach gerade so wie den Schaum auszupressen, wodurch sie allen Zuker in ziemlich starker Auflösung abgeben; diese Auflösungen kann man sodann bei einer neuen Klärung an Statt des Wassers mit dem Blute zusezen. Auch kann man sie noch heiß über neue Kohlen in die Filter selbst gießen und so ihren Zukergehalt vermehren. Man kann sie auch abdampfen,

99)

Er folgt in einem der nächsten Hefte des polyt. Journ.

A. d. R.