Text-Bild-Ansicht Band 33

Bild:
<< vorherige Seite

so ist es zwekmäßig, seine Temperatur so langsam als möglich auf 80 oder 85° C. (64 oder 68° R.) herabkommen zu lassen, indem man entweder die verkochten Syrupe in derselben Kühlpfanne vereinigt, oder das Erkalten so leitet, daß es 12 bis 15 Stunden anhalten kann; das langsame Erkalten begünstigt das Krystallisiren und ist besonders bei weniger zukerreichen Syrupen, z.B. bei den zum zweiten Male verkochten nüzlich.

Wenn man den verkochten Syrup nicht warm zu erhalten sucht, so kann man ihn ohne alle Sorgfalt in die Kühlpfanne schütten; im entgegengesezten Falle ist es gut die Vorsicht zu gebrauchen, daß man ihn unter die Kruste oder das Häutchen gießt, welches sich über dem Syrup bildet.

Die Temperatur von 80 bis 85° C. ist sehr passend; denn wenn der Syrup gut verkocht wurde, so krystallisirt der Zuker bei dieser Wärme regelmäßig und man findet unter einer schwachen krystallinischen Kruste eine Masse Zuker, deren Oberfläche walzenförmig ist. Wenn der Anschießkessel kalt oder der Syrup stark verkocht war, so zeigt die Oberfläche der Form keine Vertiefung oder die Vertiefung findet nur auf der Mitte und in sehr engen Glänzen Statt. Im ersten Falle kann man den Zuker sehr leicht und vollständig in höchstens 8 oder 15 Tagen reinigen, im zweiten nur schlecht und unvollständig selbst in einem Monate. Die Masse krystallisirten Zukers kann sich nur bis zu einem von der Spize mehr oder weniger entfernten Punkte langsam reinigen.

Wenn der Zuker gehörig bearbeitet, verkocht, abgekühlt und angeschossen ist, so muß der Hut ganz aus der Form genommen werden können und seine Spize nur einige Zolle mit Melasse beladen seyn.

Bleichen des Zukers (Clairçage).

Ich habe mich mit Vortheil zum Bleichen des Zukers in den Formen der sogenannten Clairçage bedient. Howard war einer der ersten, welche dieses Verfahren bei der Zukerraffinerie anwandten; es besteht bekanntlich darin, daß man auf die Thondeke des Hutes einen mit krystallisirbarer Zuker-Masse gesättigten Syrup gießt. Dieser Syrup kann noch Melasse oder unkrystallisirbaren Zuker auflösen und mit ihm zugleich den Färbestoff entziehen. Es wäre offenbar unklug, wenn man bei der Bearbeitung des Runkelrübenzukers den Rohzuker mit einem Syrup von reinem Zuker reinigen wollte; es kann aber vorteilhaft seyn, dieses Verfahren mit einigen Abänderungen anzunehmen. Ich habe es folgendermaßen ausgeübt:

Ich bereitete mit dem Saft von Wurzeln, welche (nach dem weiter unten besprochenen Verfahren) geschwefelt worden waren, einen geklärten Syrup (wie zur regelmäßigen Krystallisation), welcher ohne Anwendung