Text-Bild-Ansicht Band 33

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von thierischer Kohle eine schwache Amberfarbe hat und dampfte ihn so weit ab, bis er heiß 32° am Aräometer zeigte. Diesen geklärten Syrup goß ich im Verhältniß von 4 bis 5 Liter für eine Form von 30 Liter auf den Thonbrei des Hutes. Er muß kalt aufgegossen werden (welches jedoch in zwei verschiedenen Zeitpunkten geschehen kann) und in einem Zimmer, dessen Temperatur 15° C. (12° R.) nicht übersteigen darf. Man kann ihn entweder aufgießen, nachdem die Melasse von dem Hute abgeflossen ist, oder noch besser in dem Augenblike, wo man den Stöpsel der Form öffnet. Im lezteren Falle wirkt er kräftiger, indem dann die Melasse, welche die Krystalle verunreinigt, keine Zeit gehabt hat, einzutroknen und dem Auflösungsvermögen des geklärten Syrups besser nachgibt, der sich dann gleichförmiger über die ganze Masse des Hutes verbreitet, in welche er durch die abfließende Melasse hineingezogen wird. Bei der lezteren Verfahrungsweise muß man einige Vorsicht anwenden; nachdem man nämlich auf den Zuker eine Schichte geklärten Syrups von ungefähr einem Zoll aufgegossen hat, muß man für den Zusaz der zweiten Schichte den Augenblik abwarten, wo der Zuker abgedekt wird und so fort, wenn man noch mehr zusezen wollte. Wenn man einen zu schwachen geklärten Syrup anwenden würde, so würde er den Zuker in der Form niederdrüken, indem er ihn schmilzt oder an einigen Stellen mehr oder weniger tiefe Löcher machen und sich so einen Weg bahnen. Wenn der Zuker nicht warzenförmig ist und man den geklärten Syrup nicht in dem Augenblike aufgießt, wo man den Stöpsel herauszieht, so ist es gut die Thondeke abzuebnen, nachdem man den Zuker bis zur Spize der Form wohl mit dem Messer umgerührt hat.

Wenn die Operation des Bleichens (Reinigens) gut geleitet wird, so darf das Gewicht des Zukers dadurch nicht vermindert werden; je nachdem sie mehr oder weniger lange fortgesezt wird, kann die Farbe desselben dadurch von Braun in Weiß übergeführt werden. Der Zuker erhält dadurch mehr Körper und einen viel größeren Werth für den Raffinirer. Durch diese Behandlung verschwinden sogar alle Eigenschaften des gekörnten Zukers, wodurch er dem krystallisirten scheinbar nachsteht.

Die HHrn. Blanquet und Harpignies, welche den Zuker ebenfalls bleichen, bereiten hiezu den geklärten Syrup mit dem Filter des Hrn. Dumont und mit den Abfallen ihrer Formen, welche sie schmelzen und klären. Wie man aber auch immer den geklärten Syrup bereiten mag, so muß er 36° am Aräometer zeigen und wenig gefärbt seyn. Ich habe auch Zuker von sehr schöner Sorte gesehen, welchen Hr. Bucquet gebleicht hatte. Man kann dieses Verfahren den Fabrikanten als sehr vorteilhaft empfehlen. In einigen Fabriken,