Text-Bild-Ansicht Band 33

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sie sind, nur unvollkommen ausgetrieben werden. Es bleibt daher nichts übrig, als den Zuker durch zwei Walzen laufen zu lassen, die ihn in eine teigartige halbflüssige Masse verwandeln, welche aus mehr oder weniger feinen Körnern besteht, die in der Melasse schwimmen. Wenn diese Masse sodann in einen Sak gebracht und ausgepreßt wird, so gibt sie unter der allmählichen und kräftigen Einwirkung einer Presse ihre Melasse sehr leicht ab, während der Zuker in dem Sak zurükbleibt. Diese Operation dauert 24 bis 48 Stunden.

Man wendet hiezu dieselben Säke und Flechten an, die man gewöhnlich zum Auspressen des Markes gebraucht. Die Säke darf man nicht übermäßig anfüllen, weil sie sonst reißen könnten und die Reinigung schwieriger wäre.

Diese Reinigung erfolgt um so vollständiger und leichter und der Zuker wird um so weißer, je öfter man die Masse durch die Walzen gehen läßt, was in einigen Fabriken 20 bis 25 Mal vorgenommen wird. Die Zukerkörner sind alsdann sehr pulverig und wenn man sie aus den Säken nimmt, haben sie ein thonartiges Aussehen. Es ist kein Zweifel, daß ein solcher Zuker beim Raffiniren sehr ergiebig ist.

Den fehlerhaften Formenzuker oder die Spizen der Hüte, welche nicht ablaufen konnten, kann man hinreichend dadurch reinigen, daß man sie in Säke füllt und unter die Presse bringt, ohne sie vorher zu walzen, wo man sodann durch Schmelzen schönen Zuker daraus erhält; wenn man aber diese Arbeit vermeiden wollte, so müßte man sie durch die Cylinder gehen lassen, ehe man sie in die Säke füllt.

In einigen Fabriken läßt man den Syrup in den Krystallisationsgefäßen fast ganz eintroknen, so daß ihr krystallisirter Zuker bloß ein eingetrokneter Rübensaft ist; dieser muß mit Zuker aus anderen Krystallisationsgefäßen, welcher mit Melasse beladen ist, oder mit Wasser versezt werden, wenn man ihn durch die Walzen gehen läßt. Ein solcher Zuker kann natürlich weiß und dabei doch für die Raffinerien eine sehr schlechte Sorte seyn, weil er viele fremdartige Bestandtheile enthält.

Schwefelungs-Verfahren.

Nach diesem Verfahren, welches ich zuerst mit Vortheil ausgeübt habe, kann man die Wurzeln mit größerer Sicherheit bearbeiten; es erheischt keine so große Reinlichkeit und erlaubt das Mark und den Saft viele Tage lang aufzubewahren, ohne daß sie dadurch eine merkliche Veränderung erleiden; es macht die Läuterung regelmäßiger und der geläuterte Saft erhält immer eine schöne Farbe; der so behandelte Saft behält bei der Läuterung und bei dem Verkochen eine schönere Farbe.