Text-Bild-Ansicht Band 33

Bild:
<< vorherige Seite

120); man schäumt ab; man sezt 750 Gramm oder anderthalb Pfund Grünes, wie Pastinak, gelbe Rüben, Zwiebel, Zelleri, und hierauf drei Gewürznelken121[-122]) zu nebst einer hinlänglichen Menge Abschöpf-Fett oder Schmalz. Man darf nun nur noch die Suppe, wie gewöhnlich, mit einer gerösteten Zwiebel oder braunem gekochten Zuker färben, und mit dem Kochen so lang fortfahren, bis das Fleisch gehörig gesotten ist. Dann ist die Suppe fertig, und man erhält, wenn gehörig gekocht wurde, wenigstens vier Liter fetter Suppe, das im Topfe mitgekochte Gemüse und ungefähr 250 Gramm oder ein halbes Pfund gekochtes Rindfleisch. Man hat auf diese Weise eben so viel Suppe, als man aus 2 Kilogramm oder aus vier Pfd. Fleisch erhalten kann[122-]123). Man hat also 1500 Gramm oder 3 Pfd. Fleisch erspart, das man braten oder dämpfen, oder auf irgend eine andere Weise zubereiten, oder dessen Geldwerth man zum Ankaufe irgend eines anderen kräftigeren oder wohlschmekenderen Nahrungs-Mittels, als gesottenes Rindfleisch, verwenden kann. Man hat aus Obigem gesehen, daß die Bereitung einer Gallert-Auflösung keiner Schwierigkeit unterliegt; daß die Anwendung derselben zur Animalisirung vegetabilischer Nahrungs-Stoffe noch weit einfacher ist, weil man dann nur diese Gallert-Auflösung Statt des Wassers zum Kochen der vegetabilischen Nahrungs-Stoffe nehmen darf, die man mit dem oben angeführten Salze salzt, und dann bloß auf die gewöhnliche Weise zubereitet.

120)

Wasser zu kochen, als in einer Knochenleim-Auflösung, indem durch reines Wasser sicher mehr aus dem Fleische ausgezogen wird, als durch ein Wasser, das mit Knochenleim bereits überladen ist. Auch salzen unsere deutschen Köchinnen, und wie es uns scheint mit Recht, das Fleisch erst dann, nachdem abgeschäumt wurde, theils um durch das reine Wasser mehr aus dem Fleische auszuziehen, als durch gesalzenes, theils um das Fleisch nicht so widerlich roth zu machen, wie es wird, wenn es vor dem Abschäumen, oder gar vor dem Sieden gesalzen wird.

121[-122])

Gewürznelken in der Suppe sind eine, wenigstens für uns Deutsche, überflüssige Würze; bei einigen Saucen sind sie allerdings gut; allein zu einer guten Suppe braucht man keine Gewürznelken, so wenig als braunen Zuker.

[122-]123)

Man vergl. obige Rechnung bei Anm. 109.)

Wir können unsere Anmerkungen nicht schließen, ohne auf ein weit sichereres und zwekmäßigeres Mittel zur Ersparung der unnüzen Ausgaben in einem Spitale, als Knochenleim-Suppe nicht ist, aufmerksam zu machen. Dieses Mittel liegt lediglich in der Hand der Aerzte, und besteht darin, daß es diesen gnädigen Herren gefällig seyn möge, nicht für unnüze Arzenei-Mittel das Geld des Spitales zum Fenster hinauszuwerfen. In ihrer Privat-Praxis mögen diese Priester des Todes mit ihren Meßnern, den Apothekern, die Welt bedienen, wie sie es für sich gerathen finden; in der Spital-Praxis aber ist ein Arzt, der mehr als Einen Kreuzer des Tages im Durchschnitte für jeden seiner Kranken an Arzenei braucht, wenn das Spital seine eigene Apotheke besizt, oder mehr als vier Kreuzer, wenn er die Arzeneien aus den gegenwärtig über alle Maße theuren Apotheken nehmen muß, ohne daß dabei unter den Kranken in seinem Spitale eine größere Sterblichkeit herrschen darf, als unter den Gesunden in der Stadt, entweder ein – sehr großer – Gelehrter, oder ein Charlatan, (auf deutsch ein Quaksalber, ein Betrüger). Von chirurgischen Fällen ist hier nicht die Rede.

A. d. U.