Text-Bild-Ansicht Band 33

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doppelte Zug. Der Haupt-Fehler an demselben ist, daß der Sand in dem Apparate selbst gewaschen werden muß, obschon das Mittel, welches Hr. Zeni hierzu vorschlägt, sinnreich und einfach ist. Die fremden Körper, welche dem Wasser beigemischt sind, hängen sich im Verlaufe weniger Tage in den Zwischenräumen des Sandes an, und zwar mit so viel Kraft, daß sie dem stets schwachen Zuge des Wassers, der in entgegengesezter Richtung Statt hat, und der den Sand waschen soll, nicht weichen können. Ein Versuch, den man unmittelbar nach dem Filtriren einer gewissen Menge Wassers angestellt hat (so wie die Commission denselben machte), scheint nicht auf eine entschiedene Art zu beweisen, daß ein solches Waschen auch dann hinreicht, wann die Maschine bereits mehrere Tage lang im Gange war. Hr. Zeni mußte indessen eine solche Waschmethode ausdenken, weil es sehr schwer hält den Sand aus einem ringförmigen Raume von ungefähr 4 Zoll Breite und 3 Fuß Tiefe herauszuschaffen.

Man erlaube mir einen Filtrir-Apparat vorzuschlagen, der gleichfalls zwei Züge hat, aber viel einfacher, viel weniger kostspielig und weit leichter zu reinigen ist, und welchen ich vor ungefähr dreißig Jahren erfunden, und in den Abhandlungen der ökonomischen Gesellschaft in Liefland (Actes de la Société économique de Livonie) beschrieben habe, aus welchen er bald darauf in das Magazin für Physik des Prof. Voigt zu Jena überging. Ich habe das Andenken an denselben im 1. Bande meiner Unterhaltungen über Physik (Entretiens sur la Phisique) S. 49., der im J. 1819. erschien, wieder hervorgerufen. Dieser Filtrir-Apparat besteht aus einem großen walzenförmigen Topfe Fig. 18., welcher durch eine senkrechte Scheidewand abcd in zwei abgesonderte halbwalzenförmige Kammern A und B getheilt ist. Diese beiden Kammern stehen unten mit einander in Verbindung, indem die Scheidewand abcd einen freien Zwischenraum zwischen ihrem unteren124) Rande und dem Boden des Gefäßes läßt. Das ganze Gefäß bildet, wie man sieht, einen umgekehrten Heber. In den Schenkel A desselben gibt man groben Sand oder kleines Steingerölle, in den anderen feinen Sand: dieser steht gleich hoch mit jenem, ungefähr einen Zoll weit unter der Abzugröhre e. Das Wasser, welches man bei A hineinschüttet, filtrirt sich ein Mal während es in dem Schenkel B hinabfließt, das andere Mal während es in dem Schenkel B emporsteigt, und läßt so in dem kürzeren Arme die feineren fremdartigen Theile zurük. Um die allergröbsten Theile zurük zu halten, breitet man auf der Fläche von b auf dem groben Sande ein Stük doppelt zusammengelegten

124)

Im Originale heißt es durch einen Drukfehler oberen (supérieur.)

A. d. Ue.