Text-Bild-Ansicht Band 33

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Flanell aus, den man alle zwei oder drei Tage herausnimmt und rein wäscht. Eines solchen Filtrir-Apparates aus Töpfer-Thon habe ich mich während meines Aufenthaltes zu Riga mehrere Jahre lang bedient. Ich erhielt dadurch aus der Düna ein sehr reines und helles Wasser, obschon dieser Fluß zu gewissen Jahreszeiten sehr viel Schlamm mit sich führt.

Ich habe kein Kohlenpulver genommen, obschon ich damals meine Versuche über die Gas verschlingende Eigenschaft der reinen Kohle anstellte: Versuche, auf welche ich meine Theorie der Reinigung (Désinfection) des Wassers und des Brantweines gründete. Die Ursache war, weil die Düna nur wenig oder gar keine faulenden Stoffe führt, und noch mehr, weil ich damals schon die Ueberzeugung hatte, daß die Kohle sehr bald ihre antiseptische Eigenschaft verliert, und in wenigen Tagen gar keine chemische Wirkung mehr äußert, sondern bloß mechanisch, wie der Sand, durch Adhäsion wirkt. Wie sollte man auch wirklich annehmen können, daß ein chemischer Stoff einen anderen oder mehrere andere, in unendlicher Menge aufzunehmen im Stande wäre. Der Sättigungs-Punkt muß früher oder später eintreten.

Diese Betrachtung hätte Hrn. Zeni veranlassen sollen, seinen Kohlenstaub dem Sande nicht beizumengen, sondern denselben in den Ring-Raum auf den feinsten Sand zu legen, wo man denselben, so oft es nöthig gewesen wäre, hätte erneuern können. Man würde dann noch den Vortheil haben, daß das Wasser, von dem feinsten Schlamme befreit, auf die Kohle kommt, während es, wo es in dem inneren Raume angebracht wird, das Wasser noch ganz beladen mit Schlamm aufnehmen muß, von diesem Schlamme wie mit einer Rinde überzogen wird, wodurch dann die Wirkung desselben auf das faule Wasser in dem Maße gehindert wird, als die Berührung desselben dadurch erschwert wird.

Wenn man sich meines Filtrir-Apparates, der eigentlich eine künstliche Quelle ist125), auf Schiffen bedienen will, so kann man ihn ganz aus Holz verfertigen, und ihm 4 1/2 Fuß Höhe und 3 Fuß im Durchmesser geben. Fig. 19. ist ein senkrechter Durchschnitt eines solchen Apparates. ABCD ist das Gefäß in Form eines umgekehrten abgestuzten, sehr wenig erweiterten, Kegels mit vier eisernen Reifen. EF ist die Wand, deren Rand um 1/4 πγ von dem Boden BG absteht, um so einen freien Durchgang zu lassen, dessen Flächeninhalt gleich ist dem horizontalen Durchschnitte eines der beiden

125)

Ein wiziger Kopf, der meinen Filtrir-Apparat im Gange sah, sagte mir im Scherze: „Das ist keine neue Erfindung. Das ist eine Quelle, wie die Natur sie nach Millionen hervorgebracht hat.“