Text-Bild-Ansicht Band 33

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30,000 Pfd. Sterling. Nichts war assecurirt. Das Feuer war gelegt. (Galignani. N. 4430.)

Modellen-Sammlung zu Boulogne.

Die Société d'Agriculture befolgt, nach ihrem Procès verbal dd. 1. Juli 1828. S. 58. (im Bulletin d. Sciences technol. April S. 323.) einen zwekmäßigen, nachahmungswerthen Plan, sich geschikte Steinmeze, Zimmerleute, Tischler und Wagner heranzuziehen, und zugleich eine gute Modellen-Sammlung zu erhalten. Man hat zu Boulogne eine Zeichnungs-Schule, und eine Schule für Geometrie und Mechanik in Anwendung auf Künste. Beide sind zur Ausbildung der jungen Handwerker bestimmt. Die Société d'Agriculture zu Boulogne sezt nun alle Jahre vier Preise für diejenigen dieser Schüler aus, welche, nach einer Zeichnung, die sie in einem gegebenen Maßstabe verfertigt haben, im Modell in Steinmez-, Zimmermanns-, Tischler- und Wagner-Kunst ausarbeiten. Die Zeichnungen werden vorläufig geprüft, und, nachdem sie den Beifall der Société erhalten haben, zu einem Modelle ausgearbeitet. Das best gearbeitete Modell erhält dann den Preis.

Barlow's Teleskope mit concaver Wasserlinse.

Die Annales de Chimie et de Physique enthalten im April-Hefte S. 307 zwei Abhandlungen über ein achromatisches Fernrohr mit concaver flüssiger Linse, statt der gewöhnlichen aus Flintglas, und über die Wirkung der Temperatur auf die Brech- und Dispersionskraft ausdehnbarer Flüssigkeiten als Linse, welche auch in den Philosoph. Transactions sich befinden. Da die deutschen Journale der Physik dieselben bald in einer Uebersezung liefern werden, so begnügen wir uns bloß mit Anzeige derselben für Optiker, die wir schon früher auf diese wichtige Entdekung aufmerksam machten.

Theorie zu Fraunhofer's Versuchen über Farben.

Hr. Thom. Young, M. Dr., hat in den Annales de Chimie, Februar, 1829. S. 178. eine Theorie der von Fraunhofer in seinen Versuchen beobachteten Farben aufgestellt; auf welche wir die Optiker aufmerksam machen zu müssen glauben. Der Raum unserer Blätter gestattet uns nicht, eine Uebersezung derselben zu liefern, die ohnedieß bald in deutschen Journalen für Physik erscheinen wird.

Frage an Beobachter.

Man lege auf ein bedruktes Blatt Papier ein Blatt Schreibpapier von solcher Dike, daß man die gedrukten Lettern nicht oder kaum mehr durchsieht. Nun bewege man das Blatt Schreibpapier auf dem Drukpapiere rasch hin und her, und die darunter befindlichen Lettern des Druk-Papieres werden durch das Schreibpapier deutlich sichtbar werden. Ist dieß eine optische oder eine elektrische Erscheinung?

Q im Mechanics' Magazine N. 307. S. 214. 27. Juni132).

Förderung der Naturgeschichte durch die Société industrielle zu Mülhausen.

Es freut uns, daß die höchst achtbare Société industrielle zu Mülhausen (eine der nüzlichsten technischen Gesellschaften, in welchen der Geist der holländischen Gesellschaften ähnlicher Art aus den mittleren Decennien des vorigen Jahrhunderts wieder aufzuleben scheint) eine in unseren Blättern schon so oft wiederholte Bemerkung praktisch bestätigt; nämlich diese, daß zur glüklichen und gründlichen Förderung

132)

Die Beobachtung ist richtig. Wir wünschen die Erklärung eines Physikers über dieses Phänomen. Ist es die durch die Reibung entwikelte gelinde Wärme, die das Papier ausdehnt, und dasselbe verdünnt? Man sieht etwas mehr, wenn man das Schreibpapier stark erhizt, und auf den Druk legt, aber nicht so viel, als wenn man es kalt auf denselben legt, und reibt. Werden durch die Reibung die Theilchen des Papieres verschoben?

A. d. Ue.