Text-Bild-Ansicht Band 33

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eine in einem solchen Fasse aufbewahrte Flüssigkeit erhält, lediglich Folge dieses Ausbrennens, besonders der Blasen, die durch dasselbe entstehen, in welche die Hefen sich so einsezen, daß das Faß nie gehörig gereinigt werden kann.

Hr. Hageman, der keine andere Fässer mehr, als eingedämpfte, bindet, kam auf diese Idee des Eindämpfens durch den Umstand, daß einige Binder in Frankreich Wasser Statt des Feuers zum Erweichen des Holzes anwenden. Er dachte Dampf müsse noch besser wirken, und der Erfolg entsprach seiner Erwartung.

Der Apparat, dessen er sich zum Eindampfen bedient, ist höchst einfach. A Fig. 4. ist ein bis zur Hälfte mit Wasser angefüllter Kessel, der in einem Ofen eingesezt ist, und mit Spänen etc. geheizt wird. Die Röhre B leitet den Dampf in ein großes Faß C, in welchem das Faß, welches gebunden werden soll, auf einem Dreifuße steht. Ein Dekel mit einem eisernen Rande umgeben schließt das große Faß luftdicht. Das kleinere steht deßwegen auf einem Dreifuße, damit es nicht mit seinem unteren Theile in Wasser zu stehen kommt, welches sich durch Abkühlung oder Verdikung des Dampfes auf dem Boden des großen Fasses sammelt, und mittelst eines Hahnes abgelassen werden kann. Die Röhre D an der entgegengesezten Seite des Kessels taucht in eine Kufe E, die mit Wasser gefüllt ist, und füllt den Kessel, wann das Wasser in demselben verdampft ist, von selbst. Wenn nämlich die Arbeit gar ist, und der Hahn a geschlossen wird, steigt das Wasser von selbst aus dieser Kufe E in den Kessel hinüber, so wie das Wasser in demselben allmählich kühler wird, und ein leerer Raum sich bildet139).

Außer dem, daß alle Nachtheile bei dieser Methode wegfallen, welche durch Anwendung des Feuers entstehen, fallen die Fässer ungemein schön und nett aus; die Dauben werden so weich, daß sie sich ohne alle Mühe an einander bringen lassen, und so fest schließen, als ob sie geleimt wären. Durch dieses Verfahren wird zugleich das Holz

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Diese Vorrichtung ist sehr nett, und verdiente unter vielen Verhältnissen angewendet zu werden; sie scheint so wenig benüzt, während sie so oft, auch bei Dampfkesseln mit einigem Druke, benüzt werden könnte, wenn man bei D nur einen Hahn anbrächte. Wenn die Faßbinder statt eines großen Fasses eine Dampfstube herrichten wollten in ihrer Werkstätte, so würden sie Zeit und Arbeit ersparen, und bessere Waare liefern. Wie sehr verachten wir nicht die Kunst des Faßbinders in unseren Tagen! Vor 70 Jahren verstand man sie besser zu würdigen. Man gebe einem gelehrten Herren unserer Tage die Aufgabe: „aus einzelnen Stüken Holz, bloß durch Nebeneinanderstellung derselben und durch Druk, ohne Nagel und Kitt, einen Körper zu verfertigen, der luftdicht ist,“ und vielleicht fällt es nicht dem zehnten derselben ein, hierbei an einen Faßbinder zu denken. Man vergleiche die Mémoir. de l'Acad. d. Sc. 1763. p. 140. über die Würde der Faßbinder. Damals waren noch Faßbinder Mitglieder von Akademien; heute zu Tage sind es die Schlegel (und Schlegelianer).