Text-Bild-Ansicht Band 33

Bild:
<< vorherige Seite

Hr. Leclerc, Fabrikant des inländischen Zukers, war der Erste der diesen neuen Apparat in seiner Fabrik in der Nähe von Peronne einführte. Er bedient sich des Dampfes eines bedekten Kessels, in welchem er den Syrup concentrirt, nachdem er ihn abgeschäumt hat. Dieser Kessel dient ihm als Dampf-Erzeuger. Der in demselben erzeugte Dampf hizt den Kessel, in welchem mittelst des leeren Raumes gesotten werden soll, (die luftleere Pfanne; Vacuum-pan der Engländer): Da aller atmosphärische Druk im Inneren des Kessels entfernt wurde, so kann man, wenn der Dampf auch nur eine Temperatur von 80° Reaumür hat, mittelst desselben sieden, und bei einer Temperatur von 50 bis 60° kochen. Es hängt von dem Arbeiter ab, die innere Temperatur zu reguliren: er kann sie nach Belieben steigen oder fallen machen. Die Erfahrung hat erwiesen, daß es nothwendig ist, die Temperatur gegen das Ende bis auf 68° zu erhöhen, damit der Syrup die zur gehörigen Krystallisation nöthige Temperatur erhält. Man kann dieß, ohne daß äußere Luft eingelassen wird, bloß durch Schwächung der Verdichtung. Der innere Druk, den das Queksilber im Glase anzeigt, wechselt innerhalb correspondirender Gränzen mit der Spannung, die der Dampf erhält. Uebrigens hängt dieser Druk nur vom Dampfe ab; die atmosphärische Luft, die demselben beigemengt ist, hat kaum Antheil daran. Die Ausschließung der Luft ist vollkommen, und der leere Raum erhält sich ohne bedeutende Verunreinigung während des ganzen Verlaufes der Arbeit, die man durch mehrere Stunden, wenn man will, fortsezen kann. Um diesen leeren Raum in dem englischen Apparate zu erhalten, müßten die Luftpumpen eine Vollkommenheit besizen, die man ihnen bisher noch nicht zu geben vermochte.

Der Apparat des Hrn. Roth läßt sich in jeder Größe anbringen, und unter allen Localitäts-Verhältnissen. Wassermangel hindert die Anwendung desselben nicht; denn man braucht nicht so viel Wasser, als bei den englischen Raffinerien nothwendig ist; nur den vierten Theil ungefähr; man braucht 3 1/2, Liter Wasser auf 1 Liter Syrup. Ferner ist es möglich, und sogar vortheilhaft, das Wasser, das man zur Verdichtung nöthig hat, nicht zu oft zu erneuern. Wenn das Wasser aus dem Apparate heraustritt, wo es eine Temperatur von 40 bis 45° erhielt, kommt es in einen Behälter, der außerhalb der Werkstätte angebracht ist, in welchem es sich schnell abkühlt, indem es in demselben an die Oberfläche in die Höhe steigt. Die Saugröhre, die das Wasser in den Apparat zurükführt, nimmt dasselbe aus der Tiefe des Behälters. Dieses abwechselnde Auf- und Niedersteigen derselben Wasser-Masse läßt sich einige Zeit lang fortsezen, und könnte selbst eine unbestimmte Zeit über dauern, wenn das Wasser nicht endlich