Text-Bild-Ansicht Band 33

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Neues Schneider-Maß zum Anmessen der Kleider.

Hr. Allen Ward zu Philadelphia ließ sich am 11. Oct. 1828 ein Patent auf ein neues Schneider-Maß, (Triangular Measure-Case Ruler) ertheilen, welches im Franklin-Journal, Decbr. 1828. S. 406. beschrieben ist, dessen Beschreibung aber der beste Pariser oder Londoner Kleidermacher ohne Abbildung eben so wenig verstehen wird, wie wir. Es ist ganz musikalisch eingerichtet, und aus Holz oder aus Metall. Kleidermacher, die diese amerikanische Erfindung zu ihrer Bequemlichkeit benüzen wollen, mögen es nicht unbequem finden, nach Philadelphia an Hrn. Allen Ward sich zu wenden.

Verbesserter Lumpenschneider für Papier-Müller.

Hr. Moses Y. Beach, Springfield, Massachus., ließ sich am 11. Oct. v. J. ein Patent auf einen Lumpenschneider ertheilen, der im Franklin-Journal, December 1828. S. 397., wie daselbst gewöhnlich, sehr undeutlich beschrieben ist. Es heißt bloß, die Maschine habe eine große Aehnlichkeit mit einer Strohschneide-Maschine. Ein schweres Flugrad dreht sich um eine starke eiserne Achse, deren Zapfen auf einem starken Gestelle ruhen. Zwei oder mehrere Arme stehen unter rechten Winkeln von der Spindel des Rades hervor und führen Messer. An der Kante des Gestelles ist ein Messer befestigt, neben welchem die übrigen während ihrer Umdrehung vorbei laufen, so daß sie, wie die Blätter einer Schere, schneiden. Ein Speisetuch läuft über Walzen, wie an einer Kardätschen-Maschine, und auf diesem Tuche liegen die Lumpen, die durch ein eigenes Triebwerk zwischen die Messer gebracht werden. Je nachdem dieses Triebwerk anders gestellt wird, werden die Lumpen mehr oder minder fein geschnitten. Die Eigenheiten, wodurch dieser Lumpenschneider von ähnlichen sich unterscheiden soll, sind in der Patent-Beschreibung zu undeutlich angegeben, als daß es klar würde, worauf das Patent-Recht sich gründet.

Neue Methode Pappendekel, Kartenpapier etc. zu verfertigen.

Ein Hr. Hunting zu Watertown, Middlesex-County, Massachus., ließ sich am 20. Oct. 1828. ein Patent auf eine Maschine ertheilen, mittelst welcher Pappendekel, Kartenpapier etc. ohne weiteres Zusammenleimen der einzelnen Blätter dadurch verfertigt werden kann, daß man auf einem Papiere ohne Ende (welches auf der in unseren Blättern beschriebenen Maschine verfertigt wird) eine schwere Walze von einem solchen Umfange hinlaufen läßt, wie die Größe des Pappendekels oder Kartenpapieres es fordert. Diese Walze hat in der Mitte eine Furche. Wenn sie nun eine gehörige Anzahl von Umdrehungen (welche durch die Dike bestimmt wird, die der Pappendekel bekommen soll) gemacht hat, und so viele Lagen Papier über einander auf sich aufgerollt und auf einander gepreßt hat, als man wünscht, wird das Papier, d.h. der gefertigte Pappendekel etc. an der Furche auf der Walze entzweigeschnitten und gibt das verlangte vierekige Blatt. (Vergl. Register of Arts. N. 71. S. 366.)

Ueber das chinesische Reiß-Papier,

welches jährlich in großer Menge theils zu künstlichen Blumen, theils zu anderen Zweken eingeführt und verwendet wird, hat Hr. Joh. Reeves, Esqu., zu Canton, der Society for the Encouragement of Arts, (Bd. XLVI.) folgende Notiz mitgetheilt, aus welcher erhellt, daß dieses Reiß-Papier nicht aus Reiß verfertigt wird und kein Kunstproduct ist, sondern ein reines vegetabilisches Product, das bloß spiralförmig geschnitten, und dann gepreßt wird.

„Ob diese Pflanze, wovon ich ein Stük beilege, sagt er, ein Baum oder ein Strauch ist, kann ich nicht sagen, da die Person, die mir zu dieser Notiz half, nur das Stük zuschneiden sah.“

„Nachdem die Aeste in der für das Papier verlangten Breite der Länge nach geschnitten wurden, werden sie auf eine dike Platte Kupfer mit zwei emporstehenden Kanten gelegt, die als Leiter zur Befestigung derselben dienen. Man hält die Aeste mit der linken Hand und bringt sie unter die Schneide eines großen, 10 Zoll langen und 3 Zoll breiten sehr scharfen Messers, das von der rechten Hand geführt wird.“