Text-Bild-Ansicht Band 33

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ernannt, die dieses Verfahren prüfen und versuchen sollte. Die Commission stellte aber diese Versuche nicht in fließendem Wasser unter großen Eisschollen, sondern an einer Eisdeke an, die auf dem Grunde aufsaß und überall an dem Ufer angefroren war. Ihr Bericht war also höchst mangelhaft, und der Berathungs-Ausschuß des Ministeriums des Inneren zweifelte, ob dieses Verfahren an großen breiten Flüssen mit Vortheil angewendet werden könnte. Es wurde Hrn. Glück nur eine Entschädigung von 1200 Franken zuerkannt, und die Société d'Encouragement sandte ihm einstweilen ihre silberne Medaille.

Während die mangelhaften Versuche der Commission nur Zweifel in das Ministerium brachten, hatte Hr. Glück das Vergnügen, der Stadt Mülhausen neue Dienste durch seine Spreng-Methode zu leisten.

Es ist demnach durch vierzigjährige Erfahrung erwiesen, daß Hrn. Glück's Methode, wenn sie auch auf größeren Flüssen in der Anwendung sich schwieriger zeigen sollte, auf mittleren Flüssen und auf Canälen von entschiedenem Nuzen ist, und da es nun mehr kleinere Flüsse gibt, als große, und Mühlenwerke und Fabriken vorzüglich an diesen gelegen sind; da auf kleineren Flüssen die Brüken schwächer sind, und die Joche enger stehen, diese Brüken folglich weit mehr Gefahren beim Eisgange ausgesezt sind, auch diese kleineren Flüsse und Canäle weit öfter sich mit einer Eisdeke bekleiden, als große Ströme; so wird Hrn. Glück's Methode immer von großem Nuzen seyn, und die Société industrielle hält es daher für zwekmäßig, diese Methode bekannt zu machen und genau zu beschreiben.

Hrn. Glück's Schläge bestehen aus einer Hülle von starkem Papiere, die mit Pulver gefüllt und mit Bindfaden in mehreren Lagen umwikelt ist. Ein solcher Schlag, der 1 1/2 Unzen (3 Loth) Pulver faßt, kostet 70 Centim. und sprengt Eisschollen von zwei Fuß Dike172).

2 Unzen Pulver sprengen 3 Fuß dike Eisschollen und kosten 90 Cent.
3 – 4 – – – 1 Frk.
20 Cent.

Um nun diese Schläge unter das Eis zu bringen, bedient man sich einer Stange, Fig. 3., von einer nach der Entfernung der Scholle bemessenen Länge, die an ihrem oberen Ende mit einem eisernen gekrümmten Stäbchen versehen ist, das 3 bis 4 Fuß lang und 3 Linien dik ist. Ein Mann, der diese Stange führt, begibt sich mit derselben an der vom Eise bedrohten Stelle so nahe als möglich an die Oberfläche des Wassers. Ein zweites Individuum, das die Schläge

172)

Beim Eisstoße im Jahre 1829 brauchte man zu Mülhausen 20 solche Schläge, die der Stadt 14 Franken kosteten. Bei großen Eisstößen können die Kosten bis auf 200 Franken steigen.

A. d. O.