Text-Bild-Ansicht Band 33

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nur während eines sehr kurzen Augenblikes, jedoch hinlänglich lang um einen unvollkommenen und augenbliklichen leeren Raum in der Röhre K zu bilden, zurüktritt. Dadurch wird der Druk der Atmosphäre auf die Klappe P in diesem Augenblike vorherrschend; der Ueberschuß dieses Drukes öffnet die Klappe, und es tritt eine geringe Menge Luft in die Röhre K, aus welcher sie in den Behälter Q getrieben wird, wo dann ein neuer Stoß der Klappe D Statt hat. Eine gewisse Menge Luft, die auf diese Weise durch die Klappe P eindrang, sezt sich oben in der Röhre K an, und bildet daselbst, so wie in dem Behälter Q, eine Luftschichte (matelas d'air), deren Elasticität die Stärke der Stöße bricht, welche der Widder an dieser Stelle erleiden müßte, vorzüglich dann, wenn man Statt der Klappe N eine ähnliche Klappe, wie jene bei D, anbrächte, deren heftige und häufige Stöße bald alle Theile der Maschine aus dem Gefüge bringen würden, wenn man denselben nicht die höchste Festigkeit ertheilt. Diese Stöße sind es, die diesem Apparate den Namen Widder (bélier) verschafften.

Wir wollen nun die Mittel angeben, wie das Spiel der Klappe D regulirt werden muß. Man gibt ihr zuvörderst ein geringeres Gewicht, als sie zulezt erlangen muß. Man beschwert sie nach und nach auf ihrem Kopfe mit Bleiplatten, bis sie gehörig arbeitet. Nun muß die Länge ihres Laufes bestimmt werden, von welcher die mehr oder minder schnelle Aufeinanderfolge der Stöße des Widders abhängt. Es läßt sich begreifen, daß, je tiefer die Klappe eindringen kann, desto weniger häufig die Stöße seyn werden; daß folglich desto mehr Wasser bei der Oeffnung I zwischen zwei auf einander folgenden Stößen ausfließen wird; daß aber, da der Ausfluß dann eine größere Geschwindigkeit erreicht hat, die epimenische Kraft verhältnißmäßig stärker wird, und eine größere Menge Flüssigkeit sich bei jedem Stoße in den Luftbehälter Q eindrängt. Erfahrung muß hier die vortheilhafteste Gränze in dieser Hinsicht bestimmen: läßt man sie zu groß, zu weit, so würde das Spiel der Klappe die Flüssigkeit ihr Maximum der Geschwindigkeit früher erreichen lassen, als diese Klappe gehoben werden konnte, und folglich würde sie die Oeffnung I nicht schließen; läßt man sie zu klein und zu eng, so würde diesem Ausflusse nicht Zeit genug gegönnt, um der epimenischen Kraft ihre gehörige Entwikelung zu gewähren. Uebrigens läßt sich die Länge dieses Laufes leicht mittelst kleiner Bolzen reguliren, welche man in die Löcher stekt, die zu diesem Ende am Stiele der Klappe angebracht sind, oder mittelst eines Schraubennietes, das man auf diesen Stiel aufschraubt.

Wir wollen nun noch die Nebensachen an diesem Apparate beschreiben, und dann mit einigen Betrachtungen über die vortheilhaftesten