Text-Bild-Ansicht Band 46

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massivem Mauerwerke gebaut sind, welches als ein schlechter Wärmeleiter die Hize noch gut genug zusammenhält, bei den Kesseln der Herren Séguin und Comp. aus gegossenen oder geschmiedeten eisernen Platten oder schmalen Kasten bestehen, deren Zwischenraum eine dünne Schichte von Wasser enthält, das mit dem Wasser im Kessel in Verbindung steht, und aus welchem dieser gespeist wird. Durch diese Anordnung glauben die Erfinder die mit dem Feuer in Berührung stehenden Wasserflächen zu vermehren, und alle vom Herde seitwärts und nach Unten ausstrahlende Wärme nüzlich zu verwenden. Sie scheinen aber nicht bedacht zu haben, daß eben hiedurch auch die mit der äußeren Luft in Berührung kommenden Flächen in demselben, oder eigentlich in einem noch größern Maße vermehrt werden, und daß, weil die eisernen Platten und das zwischen denselben befindliche Wasser sehr schnelle Wärmeleiter sind, die Abkühlung, und somit die Verdichtung oder der Verlust des Dampfes ungemein befördert, folglich der erhaltene Vortheil von dem Nachtheile überwogen wird. Es wäre durch Berechnung leicht zu beweisen, daß mit einem einfachen cylindrischen Kessel von etwas größerem Durchmesser, in welchem der ganze Feuerherd mit einer größeren Anzahl von Zugröhren angebracht wäre, eine weit größere Berührungsfläche des Feuers mit dem Wasser erhalten, und zugleich der äußern Luft eine kleinere Abkühlungsfläche dargeboten würde; wobei überdieß auch noch am Umfange und Gewichte der ganzen Vorrichtung Vieles erspart würde.

Uebrigens glauben wir noch zwei andere wesentliche Fehler an dieser Construction von Dampfkesseln nicht unberührt lassen zu dürfen. Da die beiden Enden des Cylinders nicht, wie gewöhnlich, kugelförmig, sondern ganz platt sind, so können sie einem etwas starken Druke von Innen weniger widerstehen, und sind daher bei einer etwas gesteigerten Schnellkraft des Dampfes der Gefahr ausgesezt, losgerissen zu werden oder zu zerspringen. Und da die engen kupfernen Röhren mit diesen platten Dekeln an beiden Enden ganz fest und unverrükbar verbunden sind, so kann die ungleiche Ausdehnung dieser Theile, wo kein Stük dem andern nachzugeben vermag, die schreklichsten Explosionen veranlassen; wie dieß schon öfter als die nächste Ursache solcher Unglüksfälle sich erwiesen hat. Um diese Gefahren zu vermeiden und zugleich den Weg zu verlängern, welchen die durch den mit Wasser gefüllten Theil des Kessels ziehende heiße Luft nehmen muß, befestigen die einsichtsvollsten Mechaniker diese Zugröhren nur an einem Ende des Kessels, so daß sie am anderen umgebogen und wieder zurükgeführt werden; und diese Anordnung bringt auch den Wortheil, daß der Schornstein, welcher bei den Kesseln der Herren Séguin und Comp. stuf eine sehr unbequeme Art am Heizungsplaze