Text-Bild-Ansicht Band 46

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und oft trügerischen Zeigers einen anderen erfunden, der nicht nur zu jeder Zeit die Höhe des Wassers in Fußen, sondern auch das Steigen und Fallen der Fluth anzeigt. Die Society of Arts fand diese Erfindung so vorzüglich, daß sie dem Erfinder die goldene Isismedaille für dieselbe ertheilte, und sie im XLVIII. Bande S. 72 ihrer Abhandlungen bekannt machte. Wir bedauern, daß das Register of Arts, Junius 1832, S. 153 keine weitere Notiz über diesen Tide-Semaphore mittheilte.

Ueber das Frieren des Wassers in Wasserleitungs-Röhren.

In der Gesellschaft der Mechaniker (Institution of Civil Engineers) zu London kamen kürzlich auch die Mittel, durch welche man dem Gefrieren des Wassers in den Wasserleitungs-Röhren vorbeugen könne, zur Sprache. Mehrere Mitglieder berichteten über Versuche, die sie in dieser Hinsicht anstellten. Unter anderen wurde bei einem solchen Versuche eine dünnere Röhre in eine weitere gebracht, und der Zwischenraum zwischen beiden mit Kohlenpulver gefüllt. Allein auch bei dieser Vorsichtsmaßregel fror das Wasser, wenn die Temperatur der Luft auf 20° F. (– 5,33 R.) sank; eben dieser Erfolg zeigte sich, wenn man den Zwischenraum mit gewöhnlicher Asche füllte. Bemerkt verdient jedoch zu werden, daß der Widerstand gegen die Kälte am größten war, wenn diese Substanzen nur sehr lose in den Zwischenraum gebracht wurden, so daß auch hiebei die bekannte Erfahrung bestätigt wurde, daß ein Frost, der in lokerem Gartenboden nur ein Paar Zoll tief dringt, in einem sehr festen Boden, wie z.B. auf einer Straße, sich bis in eine Tiefe von 30 Zollen fortpflanzt. (Aus dem Register of Arts. Julius 1832, S. 189.)

Neues amerikanisches Dampf- und Schwefel-Bad.

Ein Hr. Boyd Reilly zu Cincinnati, Ohio, ließ sich am 5. Februar 1831 ein Patent auf einen verbesserten Apparat zur Anwendung von einfachen und mit Arzeneikörpern versezten Dampfbädern geben, welches auch im Register of Arts im Auszuge beschrieben ist. Wir finden an diesem Badapparate, der vorzüglich auch zu Schwefelbädern dienen soll, nicht nur nichts Empfehlenswertes, sondern glauben, daß das Richtigste in der ganzen Patent-Beschreibung das ist, daß der Patent-Träger den Kranken, der sein Bad gebraucht, einen Sträfling oder Verbrecher (culpret) nennt!

Amerikanische Methode Felsen aus den Flußbetten zu entfernen.

Unter den Veränderungen, welche die Natur täglich durch ihre Hülfsmittel an der Oberfläche unserer Erde hervorbringt, gibt es einige, deren größere Beschleunigung von allgemeinem Nuzen seyn würde. Ein Proceß dieser Art ist das Zermalmen und Entfernen der Felsen, die sich oft in den Flüssen befinden, und die der Schifffahrt so hinderlich sind. In Amerika wendet man hiezu ein eigenes Verfahren an, welches in Europa nur wenig bekannt zu seyn scheint. Man bringt an das Ende der stärkeren Strömung, unter welcher sich die Felsen befinden, ein Both, und befestigt dieß mittelst eines Taues am Anfange der Strömung. Quer über dieses Both wird eine Welle gelegt, an deren beiden Enden Räder befestigt werden, welche den Ruderrädern der Dampfbothe ähnlich sind. Diese beiden Räder werden mithin durch die Strömung des Flusses selbst rasch getrieben. Aus dem Bauche des Bothes ragen mehrere, mit eisernen Spizen beschlagene Balken hervor, welche an den Enden starker Hebel befestigt sind. Diese Hebel können sich auf und nieder bewegen, so daß durch die Klopfer, die an der den Hebeln gegenüberliegenden Welle angebracht sind, in Folge der Umdrehung der Räder fortwährende Schläge oder Stöße der Balken mit den eisernen Spizen auf die Felsen hervorgebracht werden. Durch diese Schläge werden von den Felsen beständig kleine Stüke abgeschlagen, die die Strömung sogleich mit sich fortreißt. Auf diese Weise können die Felsen lediglich durch die fortwährende Wirkung der Strömung selbst leicht und ohne alle Arbeit zertrümmert werden. Gin einziger Arbeiter ist hinreichend, um das Both mit Hülfe eines Ruders an jede erforderliche Stelle des Flusses zu führen. Soll das Schiff, wenn der Canal durch die Felsen hinlänglich weit und tief gemacht ist, stromaufwärts bewegt werden, so kann dieß mittelst einer Schiffswinde