Text-Bild-Ansicht Band 46

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Diese Erhizung geschieht nämlich dadurch, daß die Patent-Träger statt des Brettes, auf welches die Kupferplatte bei der Calicodrukerei gewöhnlich gelegt wird, einen eisernen Dampfbehälter von solcher Größe anwenden, als der Größe der gestochenen Platte angemessen ist. In diesen Behälter gelangt der Dampf durch eine Dampfröhre, während der verdichtete Dampf durch eine Abflußröhre entweicht. Diese Röhren sind jenen, die bei der Cylindermaschine beschrieben wurden, ähnlich; nur müssen dieselben Hebel- oder Kniebewegungen haben, damit sie den Hin- und Herbewegungen des Dampfbehälters zu folgen im Stande sind. Die Farbe, die man bei dieser flachen Presse anwendet, kann in denselben Farbentrog mit doppeltem Boden, der bei der Cylindermaschine beschrieben wurde, oder auf irgend eine andere geeignete Weise erhizt werden.

Der Vortheil der neuen Methode vor jener, deren sich die Töpfer- und Glaswaaren-Fabrikanten bisher bedienten, erhellt am Besten, wenn man beide Methoden mit einander vergleicht. Nach der gegenwärtigen Methode werden alle Muster und Zeichnungen, von welcher Art sie auch immer seyn mögen, auf eine flache Kupferplatte gestochen, und diese wird, wenn sie angewendet werden soll, auf eine flache Marmorplatte gelegt, unter welcher sich ein Ofen befindet. Ist die Platte auf diese Weise erwärmt, so wird die Farbe auf derselben eingerieben, bis das gestochene Muster oder die Zeichnung mit Farbe gefüllt ist. Der größere Theil der überschüssigen Farbe wird dann durch ein Farbenmesser, welches mit der Hand geführt wird, abgekrazt, und der Rest durch Abreiben der Platte mit einem mit Leder überzogenen Wischer entfernt. Hierauf wird ein Blatt Papier von der Größe der Platte auf dieselbe gelegt, und das Ganze zwischen Walzen durchgezogen, durch deren Druk der Abdruk hervorgebracht wird. Bei diesem Verfahren kann offenbar nur ein Abdruk von der Größe der angewendeten Platte auf ein Mal erzeugt werden, und da überdieß beinahe Alles dabei mit der Hand geschehen muß, so wird zur Verfertigung einer größeren Menge von Abdrüken viel mehr Zeit und Arbeit nöthig seyn, als dieß bei unserem Verfahren der Fall ist, man mag sich der Cylindermaschine oder der flachen Presse bedienen.

Die Patent-Träger sagen am Schlusse: Wir nehmen keinen der Theile der beschriebenen Maschine, deren Beschreibung wir bloß zur deutlicheren Erklärung unseres Verfahrens beifügten, als unsere Erfindung in Anspruch; eben so wenig nehmen wir die Verfertigung von Abdrüken mir Farben mittelst der angegebenen Maschinen und Vorrichtungen im Allgemeinen, oder zu einem anderen Zweke, als zur Benuzung solcher Abdrüke an Töpferwaaren, Porzellan, Glas und anderen ähnlichen Substanzen, so wie die Art diese Abdrüke an diesen