Text-Bild-Ansicht Band 42

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56) Auch wollen wir nicht alles dasjenige in Erinnerung bringen, was bisher in der Chlorometrie geleistet wurde, um so mehr da dieses erst kürzlich von Hrn. Marozeau (polyt. Journal Bd. XLI. S. 258) geschah; wir bemerken bloß, daß bei der ausgedehnten Anwendung, welche von jenen Verbindungen heute zu Tage gemacht wird, dieser Gegenstand die Aufmerksamkeit vieler ausgezeichneten Chemiker erregte, z.B. der HHrn. Welter, Gay-Lussac, Labillardière, Morin in Genf, Marozeau u.s.w. Alle gaben sinnreiche und einfache Verfahrungsarten an, um den Chlorgehalt der Chlorüre zu bestimmen, verschwiegen aber nicht, daß sie verschiedene Vorsichtmaßregeln erheischen, von denen die Genauigkeit des Resultates abhängt. Dahin gehören die Reinheit der Probeflüssigkeit, die mehr oder weniger schnelle Ausführung des Versuches, die bisweilen wandelbare Beschaffenheit gewisser Niederschläge. Die Versuche, welche wir anstellten, um diesen Uebelständen zu begegnen, führten uns auf den unten beschriebenen Chlorometer.

Dieser Apparat soll die Menge des Chlors durch ein gasförmiges Aequivalent angeben und gründet sich darauf, daß das Chlor, sowohl im freien Zustande, als wenn es an Oxyde gebunden ist, mit Hülfe der Wärme gewisse Ammoniaksalze oder flüssiges Ammoniak zersezt und eine verhältnißmäßige Menge Stikgas in Freiheit sezt, aus welchem man sein Gewicht leicht berechnen kann. Es ist dieses dasselbe Princip, welches Hr. Soubeiran vor einigen Jahren zur Analyse der ammoniakalischen Queksilbersalze benuzte.

Chlorometer nach dem Volumen.

Der Apparat besteht aus einem gläsernen Ballon A (Fig. 14), welcher ungefähr 350 oder 400 Milliliter Wasser faßt; man versieht ihn mit einem genau schließenden Stöpsel, durch welchen einerseits ein gläserner, mit einem Hahn versehener, Trichter B und andererseits eine kleine gekrümmte Röhre D geht; leztere dient um die Gasarten aufzusammeln. Die Mündung des Trichters und die Oeffnung der Gasröhre D müssen mit der Oberfläche des Stöpsels im

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Abhandlung übergeben, worin er diese Frage aufzuklären sucht. Als. wir ihm unser chlorometrisches Verfahren mittheilten, zeigte es sich, daß er auf dieselbe Idee gekommen war, die Ausführung derselben schien ihm aber etwas schwierig. A. d. O.

Das Princip, worauf sich der Chlorometer der HHrn. Henry und Plisson gründet, ist längst bekannt und wurde auch schon seit vielen Jahren von einigen Fabrikanten zur genauen Prüfung des Chlorkalks benuzt. Hr. Professor Zenneck hat nach demselben ebenfalls den Chlorgehalt einiger Chlorkalkmuster bestimmt (Erdmann's Journal für technische Chemie Bd. X. S. 293). Wir theilen die Abhandlung der französischen Chemiker unseren Lesern bloß deßwegen mit, weil uns ihr Apparat zu diesen und ähnlichen Versuchen sehr zwekmäßig zu seyn scheint. A. d. R.