Text-Bild-Ansicht Band 42

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an Ort und Stelle erzeugt werden wird. Die Sydney-Gazette, die diese Notiz enthält, ist selbst ein Beweis der Fortschritte der Cultur in Australien; sie ist so groß, so gut gedrukt und so gut redigirt, wie die beste englische Zeitung, und erscheint wöchentlich drei Mal.

Ueber öffentliche Bauten in Irland.

Hr. Stanley sagte im Hause der Gemeinen über die öffentlichen Bauten Irlands folgende Worte, welche auch auf viele Bauten in denselben Staaten, die in lezter Zeit in verschiedenen Kammern zur Sprache kamen, ihre volle Anwendung finden: „Es war bisher nicht üblich, vorher die Summe bestimmen zu lassen, welche für diesen oder jenen öffentlichen Bau verwendet werden soll; und wenn das Geld ein Mal bewilligt war, so wurde über die Verwendung desselben keine weitere Controle gepflogen. Daher wurden Arbeiten unter dem Vorwande des öffentlichen und allgemeinen Nuzens unternommen, die in der That nur einzelnen Privaten zum Vortheile gereichten, und daher einen Schandflek auf gewisse Personen heften. In der Grafschaft Mayo wurde z.B. viel Geld auf den Bau einer Brüke ausgegeben, von welcher man, als sie fertig war, fand, daß sie gar keinen Nuzen habe, so daß man dieselbe in einen Damm verwandelte! Man wird erstaunt seyn, von einer Brüke zu hören, die in einen Damm verwandelt wurde, und wird sich wundern, wie dieß geschah; es geschah, wie man sagt, auf eine sehr einfache Weise, indem man den Bogen verstopfte, und indem man dasselbe bei hohem Wasser durch ein Fluththor aufnahm. Dieser Bau war als Brüke gänzlich unnüz, da sich weder an der einen, noch an der anderen Seite derselben eine Straße befindet, und auch gar keine Veranlassung zur Anlage einer Straße vorhanden ist, weil 1/4 Meile davon eine andere Brüke existirt! Ebenso ist es notorisch, daß viele Straßen bloß deßwegen angelegt wurden, damit sie an dem Hause dieses oder jenen Gentleman vorüber, oder durch die Domänen desselben gehen!“ C'est partout comme chez nous! Man macht Vorschläge über Vorschläge, und wenn man der Sache auf den Grund sieht, so wird man finden, daß die meisten aus Privatvortheil, die wenigsten aus Liebe für das allgemeine Wohl gemacht werden.

Fortschritte des Journalismus.

Nach den Annales des Travaux des Sociétés de Statistique ist das Verhältniß der Zahl der Journale zu der Zahl der Bevölkerung in den verschiedenen Welttheilen folgendes: In Asien kommt auf 14,000,000 Menschen Eine Zeitschrift, in Afrika auf 5,000,000 eine, in Europa auf 106,000, und in Amerika auf 40,000 eine. Gerade in demselben Verhältnisse steht auch das vergleichsweise Fortschreiten der Civilisation in diesen vier Welttheilen. Gegen diesen lezteren Schluß erhebt sich jedoch das Mechanics' Magazine, indem es den Engländern, Franzosen und vielleicht (wie es sagt) sogar den Deutschen einen höheren Grad von Civilisation zugesteht als den Amerikanern, und indem es behauptet, daß in England allein nach einem Jahre doppelt so viel Zeitschriften erscheinen würden, als gegenwärtig erscheinen, wenn die hohen Taxen auf dieselben aufgehoben würden. Uns scheint hier die englische Rivalität den Amerikanern zu nahe zu treten. Allerdings dürfte es mehr Gelehrte in England, Frankreich und Deutschland als in Amerika geben, was aber die Verbreitung von Intelligenz im Allgemeinen betrifft, so möchte das Umgekehrte der Fall seyn.

Baddeleys Methode Tintenfleken und Schriften auszuradiren.

Man nehme ein sehr scharfes Messer und bewege dasselbe schnell und ohne einen Druk auszuüben auf dem Papiere hin und her, bis der Flek oder die Schrift verschwunden ist, reibe dann diese Stelle einige Mal mit troknem Kautschuk und glätte sie zulezt mit einem Falzbein oder auf andere geeignete Weise. (Mech. Mag. N. 426.)