Text-Bild-Ansicht Band 41

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man ihm die gehörige Politur und weiße Farbe gibt, damit er reine und klare Töne zu klingen vermag.

Poliren und Weißen des Drahtes.

Nachdem der Draht zur gehörigen Stärke ausgezogen wurde, wird das Zieheisen und die Schmierbüchse beseitigt, und der Draht auf der leeren Walze befestigt und aufgewunden, wobei man ihn zugleich durch ein Stük Leder laufen läßt, welches man vorher mit Ziegelmehl angerieben hat. Es ist sehr oft nothwendig, diese Arbeit zu wiederholen, um dem Drahte eine schöne Politur zu geben. Es wäre überflüssig, die Weise zu beschreiben, wie der Draht auf Spulchen aufgewunden wird. Die Größe der Spulchen hängt von der Zahl ab, in welcher man sie auf das Pfund will gehen lassen.

Gelber Draht.

Die Werkzeuge zur Verfertigung desselben sind einerlei mit jenen bei dem weißen Drahte, und werden auf dieselbe Weise gebraucht: nur beim Anlassen und Poliren hat ein Unterschied Statt.

Um guten gelben Draht zu erhalten, darf man nur Messing nehmen, das aus vier Zehntel Kupfer und drei Zehntel altem Messing (mitraille jaune) nebst drei Zehntel Galmey besteht. Dieses Messing muß eine rein gelbe Farbe haben. Man erhält es in Messingfabriken in Stäbchen von der Dike einer Linie. Es wird ein Mal angelassen, indem man es in einem Ofen hizt, auf den Rost desselben legt, und oben und unten weißes Holz zuschürt, um ein Helles sanftes Feuer zu erhalten. Der Draht wird Eine Stunde oder zwei Stunden lang gehizt, so daß er nur roth glühend wird. Bei dem Herausnehmen wird er auf einen Augenblik in einen Kessel mit heißem Talge getaucht, worauf man ihn vollkommen abkühlen läßt, und dann durch das Zieheisen zieht, wie bei dem weißen Drahte bereits angegeben wurde.

Der Messingdraht wird auf die oben angegebene Weise polirt, nur daß man statt des Ziegelmehles rothen Trippel nimmt.

Auf diese Weise werden Drahtsaiten verfertigt, die um anderthalb Töne höher klingen, als die Nürnberger Drahtsaiten.12)

12)

Das Repertory of Patent-Inventions, das diese Patent-Beschreibung auch in einer Uebersezung mittheilte, sagt: „Es macht den englischen Drahtziehern wenig Ehre, daß eine große Menge Eisendrahles, den unsere vielen und ausgezeichneten Fortepianomacher verbrauchen, Berliner Draht ist. Es scheint indessen, daß einige Birminghamer Fabrikanten im Stande waren, etwas weniges Stahldraht zu liefern, der in Hinsicht auf Ton und Güte noch besser ist. Während der lezten zwanzig Jahre haben die Fortepianomacher nach und nach die Durchmesser ihrer Drahte verstärkt, um einen volleren Ton zu erhalten, und es ist sehr zu bedauern, daß sie keinen bestimmten und allgemein geltenden Maßstab für die Stärke derselben besizen. Messingdraht wird jezt gewöhnlich durch die Verzinnung