Text-Bild-Ansicht Band 41

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Die Maschine mit oszillirendem Cylinder steht auf zwei massiven Mauern A, A, auf welchen eine große Grundplatte von Gußeisen B liegt, in welcher vier Säulen, C, C, befestigt sind, welche eine gemeinschaftliche Deke, D, oben mit einander verbindet. In den Mauern sind vier große Stangen befestigt, deren jede durch eine Säule geht, und welche so die Grundplatte, die Säulen und die Dekefest zusammen halten.

Auf der Grundplatte sind auch zwei aufrecht stehende Leisten E, befestigt mit den Anwellen oder Lagern, welche die Zapfen des Dampfcylinders F, aufnehmen. Auf der Deke und in paralleler Richtung mit den Leisten E, ist das eine Zapfenlager der Kurbelachse G befestigt.

An der Warze der Kurbel ist die Anwellbüchse der Kolbenstange des Dampfcylinders und eine kleine messingene Friktionsrolle I befestigt, welche zwischen zweien auf dem Cylinder befestigten Geleisestangen sich umdrehen und auf und nieder bewegen kann.

An der Achse der Kurbel befindet sich ein kleines Kammrad mit Zähnen, die unter einem Winkel von 45° stehen, und dieses Kammrad greift in ein anderes von gleicher Gestalt und Größe ein, welches an der kleinen vertikalen Achse M befestigt ist. In der Linie der Achse der Zapfen des Cylinders, wo diese mit der Achse M zusammentrifft, befindet sich ein sogenanntes Universalgelenk,29) durch welches die umdrehende Bewegung der Achse M einer anderen kleinen Achse N mitgetheilt wird, an welchem unten ein horizontales Stirnrad befestigt ist, das in ein anderes von gleichem Durchmesser eingreift, wodurch die Achse der Steurungshahnen ihre Bewegung erhält.

Der Dampf kommt durch das Rohr O, in die hohle Achse des Cylinders, und communicirt von da durch zwei kupferne Röhren und Q mit den oberen und unteren Steurungshahnen.

In der gegenwärtigen Stellung der Maschine befindet sich der Kolben am höchsten Standpunkte seines Laufes; der Dampf dringt durch die Oeffnung S in den oberen Theil des Cylinders, und treibt den Kolben nieder, indeß der im unteren Theile des Cylinders und unter dem Kolben befindliche Dampf durch die correspondirende Oeffnung des unteren Steurungshahnen in die zweite hohle Achse des Cylinders und durch diese in die äußere Luft entweicht.30)

Der niedergehende Kolben zieht durch seine Stange die Kurbel

29)

Die Zeichnung dieses Gelenkes ist auf der II. Tafel Fig. 6, 7, 8.

30)

Die Erfahrung hat bewiesen, daß alle Hahnensteurungen bei Dampfmaschinen Nichts taugen, weil die Wirbel durch die Hize oft so ausgedehnt werden, daß sie äußerst schwer sich drehen lassen, oder ganz in ihrem Gehäuse steken bleiben. A. d. Ue.