Text-Bild-Ansicht Band 41

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denen man, weil sie hohl sind, und um die Oeffnungen für den Durchgang des Dampfes nicht zu sehr zu verengen, einen um Vieles größeren Durchmesser geben muß. Auch wird durch die Abnuzung an diesen hohlen Zapfen, welche nicht anders als sehr bedeutend seyn kann, die Maschine häufigeren Reparaturen unterworfen, und daher von geringerer Dauer seyn, als eine gewöhnliche Maschine mit feststehendem Cylinder. Einfachheit ist allerdings eine sehr gute Eigenschaft bei allen Maschinenwerken, und in der Regel sind die einfacheren Maschinen den mehr zusammengesezten, unter übrigens gleichen Umständen, vorzuziehen, weil bei diesen gemeiniglich mehr Reibung und eine schnellere Abnüzung als bei jenen Statt findet. Allein auch diese Regel hat ihre Ausnahmen, und es gibt häufige Fälle, wo das Gegentheil eintritt. Ueberhaupt ist die Complication bei Maschinen nur in so fern nachtheilig, als hiedurch die Reibungen und Abnüzungen vermehrt werden, und das Ganze zerbrechlicher wird. Eine Vorrichtung aber, die aus mehreren Theilen zusammengesezt ist, welche wenig auszustehen haben, ist in der That dauerhafter, und im wahren Sinne einfacher, als ein nur aus zwei oder drei Stüken bestehender Mechanismus, wenn bei diesem ein außerordentlicher Druk, folglich eine sehr starke und schnelle Abnuzung Statt findet. Ein verständiger Mechaniker sieht sich daher oft genöthigt, durch Vertheilung einer beträchtlichen Last auf mehrere Punkte, also durch Complizirung der Theile den Druk und die Reibungen zu vermindern, und so seine Maschine wirksamer und dauerhafter zu machen. –

Uebrigens ist die Idee von oszillirelchen Dampfcylindern keineswegs neu. Denn schon im J. 1815 gerieth der verstorbene Director v. Reichenbach, in Verbindung mit dem eben so geschikten als sinnreichen Mechanikus Liebherr in München auf den Gedanken, einen um seine Mitte oszillirenden Cylinder bei einer von ihm erfundenen und mit öffentlich angekündeter Postdampfkutsche anzuwenden, auf welcher er in 50 Stunden von München nach Wien fahren wollte. –

XVIII. Beschreibung einer in Nordamerika ausgeführten Dampfmaschine mit oszillirendem Cylinder.

Aus dem Mechanics' Magazine vom 26. März 1831.

So viel aus der unvollständigen Beschreibung und der bloß perspectivischen Zeichnung hervorgeht, unterscheidet sich diese Maschine von den früher bekannten Dampfmaschinen mit oszillirenden Cylindern hauptsächlich dadurch, daß die Achsen, an welchen der Cylinder sich hin und her schwingt, nicht in der Mitte derselben, sondern an dem