Text-Bild-Ansicht Band 41

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gegen das Ende aber war die Kohlensäure in etwas größerer Menge vorhanden.

Da die Kleesäure sich bei so gelinder Wärme schon zersezt, so schien es mir, daß hiezu die Dazwischenkunft der Schwefelsäure unnöthig ist. Ich fand in der That, daß bei Anwendung dieser Säure die Kleesäure sich ziemlich bei derselben Temperatur zu zersezen anfängt als wenn sie allein ist, das heißt bei 110 oder 115 Grad. Es zeigt sich aber der wesentliche Unterschied, daß man mit der Schwefelsäure ein Gemisch aus gleichen Raumtheilen Kohlensäure und Kohlenoxyd erhält, wie Hr. Döbereiner gefunden hat, während Kleesäure allein dieselben Gasarten im Verhältniß von 6: 5 gibt. Ich vermuthete daher, daß bei Zersezung der Kleesäure ohne die Gegenwart von Schwefelsäure sich noch ein anderes Product bildet, wodurch der Gewichtsverlust an Kohlenoxyd erklärt wurde. In dieser Hinsicht angestellte Versuche zeigten, daß das Wasser, welches die Kleesäure ausgibt, sauer ist und Ameisensäure enthält. Diese Säure ist Anfangs mit vielem Wasser vermischt, destillirt aber immer concentrirter in die Vorlage über und hat gegen das Ende der Operation einen durchdringenden Geruch und siechenden Geschmak. Nach dem gefundenen Verhältniß von 6 Raumtheilen Kohlensäure auf 5 Raumtheile Kohlenoxyd und in der Voraussezung, daß der fehlende Raumtheil von diesem lezteren Gas mit dem Wasser die Ameisensäure bildet, müssen 12 Aequivalente Kleesäure 1 Aeq. Ameisensäure hervorbringen. Dieses theoretische Resultat schien mir mit der Erfahrung hinreichend übereinzustimmen; ich habe jedoch die Menge der Ameisensäure nicht direct bestimmt. Ohne Zweifel gab das Wasser und nicht die Kleesäure den Wasserstoff für die Ameisensäure her, weil man sonst gleiche Raumtheile Kohlensäure und Kohlenoxyd erhalten haben müßte. Dieß folgt außerdem nothwendig aus den Versuchen der HH. Dulong und Döbereiner über die Kleesäure. Ich muß hier bemerken, daß die Kleesäure, wenn man sie nicht zu schnell erhizt, vollständig zerstört und keine merkliche Quantität davon sublimirt wird.

Nach meinen Beobachtungen darf man, wie es mir scheint, die Kleesäure von den beiden anderen Verbindungen des Kohlenstoffes mit dem Sauerstoff, nämlich von der Kohlensäure und dem Kohlenoxyd durchaus nicht mehr trennen; man könnte sie unter die Säuren anreihen, welche zwei Aequivalente Radical enthalten und ihr den Namen Unterkohlensäure beilegen; vielleicht ist es aber gut diese Nomenklatur-Veränderung noch zu verschieben.