Text-Bild-Ansicht Band 41

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sie auf dem Sandbade bis zu einer gewissen Stärke ein und bringt sodann die Schale an einen kühlen Ort, wo sich Krystalle von schwefelsaurem Eisen bilden. Von diesen gießt man die Mutterlauge ab und läßt sie dann auf einem Papier gut abtropfen.

Um das schwefelsaure Salz gut zu reinigen, löst man es in ungefähr seinem dreifachen Gewichte destillirten Wassers auf, filtrirt es durch weißes Papier und dampft es zum zweiten Male ab; es bilden sich dann schöne schmaragdgrüne und sehr klare Krystalle. Nachdem sie gut abgetropft und troken sind, bewahrt man sie in einer Flasche mit weiter Oeffnung auf, die man luftdicht verschließt.

Um die rothe Farbe zu bereiten, nimmt man einen Gewichtstheil von diesem schwefelsauren Salze und den vierten Theil Alaun und zerstößt beide gröblich, um sie besser vermengen zu können; andererseits macht man ein Holzkohlenfeuer in dem Calcinirofen, legt, wenn die Kohlen glühen, eine kleine Platte von dünnem Eisenblech darauf und auf diese Platte das Pulver der beiden Salze. Sie schmelzen bald in ihrem Krystallwasser, werden hierauf weiß und endlich roth: alsdann muß man sehr darauf achten, daß die Hize nicht zu stark und folglich diese rothe Farbe dunkel wird. Endlich, wenn man bemerkt, daß die rothe Farbe überall gleichförmig ist, nimmt man das Eisenblech von den glühenden Kohlen, worauf es liegt und läßt das Gemenge erkalten. Man bemerkt deutlich, daß die rothe Farbe immer schöner wird, je mehr es sich abkühlt. Da aber in der calcinirten Masse immer einige Theile ein angenehmeres Roth darstellen, so trifft man eine Auswahl darunter, legt alle ausgewählten Stüke auf ein Glas, tränkt sie mit destillirtem Wasser und reibt sie mit dem gläsernen Läufer so lange, bis Alles in ein sehr feines Pulver verwandelt ist. Hierauf nimmt man die Farbe mit dem Messer (der Palette) weg, bringt sie in einen Pokal von Porzellan und übergießt sie darin öfters mit heißem Wasser, welches man jedes Mal abgießt, nachdem sich das Pulver ganz zu Boden gesezt hat; man troknet sodann den Rükstand bei gelinder Wärme.

Daß ich Einen Theil schwefelsaures Eisen mit einem Viertel schwefelsaurer Alaunerde verseze, geschieht nicht deßwegen weil das Roth dadurch schöner und intensiver wird, denn die Alaunerde macht im Gegentheil durch ihre weiße Farbe das Roth matter; sondern weil diese Farbe außerordentlich flüchtig ist und die Alaunerde als eine sehr feuerbeständige Substanz das Roth haltbarer macht; je mehr Alaunerde man anwendet, desto beständiger ist die rothe Farbe, aber auch um so weniger intensiv; deßwegen muß man sich in dieser Hinsicht innerhalb der gehörigen Gränzen halten.

Die alkalischen Flußmittel verbinden sich nicht gut mit der rothen