Text-Bild-Ansicht Band 41

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glanzlose Farbe. Man muß hiebei die richtige Mitte treffen, was sehr schwierig ist.

Drei Metalloxyde bilden zusammen das Schwarz: nämlich Mangan-, Kupfer- und Kobaltoxyd. Diese drei Oxide enthalten zusammen die Elemente der drei Grundfarben und man sollte daher glauben, daß ein Gemenge von Blau, Roth und Gelb ein sehr schönes Schwarz liefern würde. Dessen ungeachtet hat das Schwarz, welches man aus diesem Gemenge erhält, nicht ganz die gewünschte Farbe, sey es daß man nicht genau die erforderlichen respectiven Quantitäten trifft oder daß die Oxide nur selten gänzlich auf der gehörigen Oxydationsstufe sind. Rothwendiger Weise müssen diese beiden Umstande einen großen Einfluß auf das Resultat haben, denn wie bereits bemerkt wurde, finden sich die drei Grundfarben in den genannten Oxiden; dieß geht ans Folgendem hervor.

Das Blau, welches man aus Kobalt erhält, ist (für den Mahler) offenbar eine Grundfarbe, da man sie aus keiner anderen zusammensezen kann; wenn man sie aber mit anderen Grundfarben vermischt, so kann man die mannigfaltigsten Farben hervorbringen, welche alle unter die zusammengesezten gehören. Das Manganoxyd, welches ein mehr oder weniger intensives Violett entwikelt, besteht selbst nur aus Blau und Roth, zwei Grundfarben. Das Kupferoxyd, welches die Flußmittel immer grün färbt, wenn es allein angewandt und nicht zu stark erhizt wird, kann man auch aus Blau und Gelb zusammengesezt betrachten. Man ersieht hieraus, daß alle Grundfarben zusammen das Schwarz bilden; will man aber direct diese drei Farben verbinden, so erhält man nicht die gewünschten Resultate. Was ist die Ursache dieser Eigenthümlichkeit? Da diese Frage nicht in das Gebiet der Technologie gehört, so enthalte ich mich davon eine Erklärung zu geben.

Nachdem wir nun die Bereitung des Eisen-, Kupfer-, Chromoxyds u.s.w. mitgetheilt haben, wollen wir auch noch angeben, wie man sich das Manganoxyd verschafft. Man nimmt käuflichen Braunstein, dessen Farbe oft in das Violette sticht; der beste ist derjenige, welcher sehr schwarz ist. Das Mineral wird gepulvert und das Pulver so lange calcinirt, bis es die Eigenschaft hat die Finger beim Reiben stark schwarz zu färben: alsdann kann man annehmen, daß die Molekule des Oxyds hinreichend getrennt sind, um die Wirkungen, welche man davon erwartet, hervorzubringen. Man wird bemerken, daß dieses Pulver benächtlich an Gewicht verloren hat, indem die flüchtigen Körper, welche die Theile unter einander verbinden, während des Calcinirens verflogen. Sollte das Manganpulver beim Glühen zusammengebaken seyn, so pulvert man es neuerdings, siebt es durch ein Seidensieb und bewahrt es in Glasflaschen auf.