Text-Bild-Ansicht Band 41

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Von dem Troknen der Kohle.

Die Kohle, welche man bloß auf der schiefen Fläche abtropfen ließ, muß vollkommen getroknet werden, und dieß hat, da dieselbe noch 25 Procent Wasser enthält, seine Schwierigkeiten. Im Sommer läßt sie sich leicht in der Sonne troknen, indem man sie in dünnen Schichten auf Leinwand bringt, welche auf dem Boden ausgespannt ist, und indem man sie von einem Kinde beständig mit hölzernen Ruhen umkehren läßt. Wenn der Boden feucht ist, und selbst in allen Fällen ist es gut, wenn man die Leinwand auf etwas trokenes Stroh oder auf Weidengeflechte bringt, damit die Luft freien Durchzug unter derselben habe. Im Winter hingegen ist das Troknen schwieriger und kostspieliger; es gelang uns endlich auf diese Weise, daß wir die Kohle in Schichten von 2 Zoll Dike auf erhizte Platten von Eisenblech bringen, und sie darauf mit Stäben beständig umrühren lassen. Um eine zwekmäßige Einrichtung und wohlfeile Erhizungsweise dieser Platten ausfindig zu machen, mußten wir vorerst einige Versuche anstellen. Wir brachten daher zuerst eine Platte von 15 Fuß Länge und 5 Fuß Breite über unserem Cylinderofen an, und erhizten dieselbe durch einen Theil des Rauches des Ofens, der durch zwei kleine vierekige Oeffnungen von 1 1/2 Zoll geht, welche an den beiden Seiten der Wölbung einen Fuß unter dem Schlußsteine an der Seite des Eingangs angebracht sind. Die Hize verbreitet sich unter der Platte, indem sie durch die kleinen, mit Oeffnungen versehenen, Mauern dringt, auf welchen die Platte ruht, und zulezt durch eine vierekige Oeffnung von 2 bis 3 Zollen im Gevierte in den Rauchfang gelangt. Da jedoch diese Platte kaum hinreichte, um des Tags 500 Pfunde Kohlen zu troknen, so mußten wir zu einem anderen Mittel unsere Zuflucht nehmen. Wir brachten daher in einer Entfernung von 8 Fuß vom Rauchfange eine gewöhnliche Pfanne an, umgaben diese mit einem Mauerwerke, dessen Grundmauer wir bis gegen den Rauchfang laufen ließen; auf diese Grundmauer brachten wir eine Platte von Eisenblech von 8 Fuß Länge und 3 Fuß Breite, welche auf diese Weise sowohl durch den oberen Theil der Pfanne als durch ihren Zug bis zum Rauchfange erhizt wird. Diese Platte nun, welche Tag und Nacht Dienste leistet, troknet in 24 Stunden gleichfalls 500 Pfund; allein dessen ungeachtet begegnete es uns, daß wir, um in sechs Tagen 6000 Pfund zu troknen, auch noch den Trokenboden zu Hülfe nehmen mußten, der zum Troknen der Cosseten,114) welche wir aus den Wurzelchen der Runkelrüben erhalten, bestimmt ist.

Die Idee, 6000 Pfunde Kohlen in einem Tage zu troknen, beschäftigt

114)

Cossettes nennt man in Frankreich die getrokneten Wurzeln, welche zur Fabrikation des inländischen, oder Cichoriencaffee dienen. A. d. O.