Text-Bild-Ansicht Band 41

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Ofen. Diese Weise die Cylinder einzuschießen, läßt, wenn sie nur ein oder zwei Mal von den Arbeitern eingeübt wurde, nichts zu wünschen übrig. Hierauf wird sogleich Feuer gegeben; jedoch darf man nicht vergessen, vorher die Schloßplatte J, die so gut als möglich schließen muß, und bloß die sechs Enden der Achsen der Cylinder durchgehen lassen darf, an ihren Ort zu bringen. Diese Platte, welche bei jedem Brande mit Thon verkittet werden muß, schließt den vorderen Theil des Ofens, indem sie sich gegen die Seiten stüzt; zwischen den beiden Seiten bleibt ein vierekiger Raum von einem Fuße, um das Feuer zu unterhalten und zu reguliren, Kohle einzutragen etc. Eine bewegliche Platte aus Gußeisen verschließt diese vierekige Oeffnung nach Belieben. Damit die Cylinder gleichmäßig erhizt und zum Glühen gebracht werden, dreht man sie mit einem eisernen Schlüssel, mit welchem man das aus dem Ofen herausstehende Ende der Achse faßt, alle Viertelstunden um. Der erste Brand, welcher natürlich jedes Mal langsamer geht, da er erst Alles in Gang bringen und durchwärmen muß, dauert 5 Stunden; die folgenden hingegen nur 4 bis 4 1/2. Die Cylinder müssen durch und durch rothglühen; sind sie aber ein Mal bis zu diesem Punkte gelangt, so braucht man das Feuer bloß zu unterhalten, ohne es weder zu erhöhen noch zu vermindern. Die Entweichung der Gase merkt man an den Sprüngen, welche die Verkittung bekommt; werden diese Sprünge zu groß, so findet man in den Cylindern zuweilen eingeäscherte Kohle, woraus sich schließen läßt, daß die Verbrennung unter dem Zutritte der Luft, die durch die Sprünge des Kittes eindrang, Statt hatte. Ist der Brand beendigt, so nimmt man die Cylinder, so wie man sie in den Ofen brachte, mit dem eisernen Karren wieder heraus, und läßt sie vorsichtig so lang auf dem Boden liegen, bis man sie berühren kann. Um sie auszuleeren, nimmt man den Kitt ab, indem man mit einem hölzernen Hammer daran schlägt, damit die Haken oder Ohren nicht brechen, mit welchen der Dekel an den Cylinder befestigt ist. Die Kohle, welche man auf diese Weise erhält, ist, wenn sie abgekühlt ist, und wenn alle angegebenen Operationen mit Sorgfalt vorgenommen wurden, neuerdings zum Filtriren geeignet; wäre sie aber schlecht ausgewaschen worden, oder mit Erde oder Kohlenstaub vermischt, so müßte sie, um zu obigem Zweke zu taugen, durch Sieben von den fremdartigen Theilen befreit werden. Wir haben in solchen Fällen ein seidenes, von einem Kinde in Bewegung geseztes, Sieb angewendet; allein ein festeres und doch eben so feines Sieb, das auf eine einfache und bequeme Weise eingerichtet wäre, wäre zu diesem Behufe sehr schäzenswerth; Hr. Hallette mußte sich damit eben so wie mit der Mahlmühle beschäftigen.