Text-Bild-Ansicht Band 94

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Man höhlt allmählich neue Zuglöcher aus, vom Gipfel des Meilers bis zur Basis desselben, wartet aber mit der Eröffnung neuer, bis die Verfehlung in den Theilen bewirkt ist, welche mit den zulezt geöffneten correspondiren und die sich dann von selbst verschließen, durch das Einsinken der Erde, welche wieder die dichtere Zusammenhäufung der darunter befindlichen Kohle zur Folge hat. Die behufs des Luftzutritts in der Basis des Meilers gemachten Zuglöcher bleiben während der ganzen Dauer der Verkohlung offen. Die Fortpflanzung der Verkohlung erklärt Hr. Ebelmen folgendermaßen: anfangs nimmt die erzeugte Kohle einen kegelförmigen Raum ein, dessen Achse mit der des Meilers zusammenfällt, mit dem Unterschiede jedoch, daß dieser die Form eines geraden Kegels, d.h. eines Kegels hat, dessen Spize oben und die Basis auf dem Boden ist, während der von der Kohle eingenommene Raum die Gestalt eines umgekehrten Kegels hat, dessen Spize auf der Mitte der Eisenblechplatte des Kessels ruht. In dem Maaße als die Verkohlung sich fortpflanzt, öffnet sich der Winkel des Kegels immer mehr, bis zulezt die Verkohlung durchaus vollendet ist. Die so erzeugte Kohle ruht auf unvollkommen verkohltem Holze, welches jedoch noch hinlänglich Widerstand leistet, um nicht zu brechen. Durch die Austroknung und die anfangende Destillation, welche die Holzstüke schon erfuhren, entsteht ein leerer Raum zwischen ihnen, welcher mittelst der an der Basis des Meilers gemachten Zuglöcher einen Luftzug veranlaßt.

Man könnte sich darüber wundern, daß der Sauerstoff der Atmosphäre an die feste Kohle eher als an die brennbaren Gase geht, welche durch die Verkohlung des Holzes erzeugt werden; bedenkt man aber, daß diese Gase mit Wasserdampf und Stikstoff vermengt sind und daß ihre specifische Wärme sehr groß ist, so wird man einsehen, daß ihre Temperatur niedriger ist als sie seyn müßte, um Feuer zu fangen.

100 Theile lufttrokenen Holzes der Destillation in verschlossenen Gefäßen unterworfen, welche gehörig geleitet wurde, um das Maximum an Kohle zu erhalten, liefern davon 25; ich sage gehörig geleitet, weil die durch die Verkohlung der äußern Schichten des Holzes bei einer raschen Destillation erhaltene Kohle zum Theil in Gas umgewandelt würde durch Einwirkung der bei der Verkohlung des Innern desselben Holzes erzeugten elastischen Flüssigkeiten.

Hr. Ebelmen nimmt an, daß die zur Verkohlung von 100 Theilen lufttrokenen Holzes erforderliche Wärme derjenigen entspricht, welche 17,5 Theile Kohlenstoff dieses Holzes bei ihrer Verwandlung in Kohlenoxyd entwikeln würden. Da nun 100 Theile Holz ungefähr 17,5 Kohle zurüklassen, so kann man sagen, daß die zur Verkohlung