Text-Bild-Ansicht Band 94

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aber wird am positiven Pole Sauerstoffgas entwikelt, das Cyan zersezt und Cyansilber auf das Metall abgelagert.

Obwohl nun das Doppelcyanid in Auflösung sicherlich ein vortrefflicher Leiter der Elektricität ist und, wenn man der Anhäufung von unlöslichem Cyanid an der Elektrode vorbeugt, sehr leicht zersezt wird, so ist es doch merkwürdig, daß die Zersezung doch viel lieber vor sich geht, wenn man noch weiteres Cyankalium zusezt. Sezt man noch ein Aequivalent desselben hinzu, so wird die Lösung leichter zersezt, als irgend eine bekannte Substanz, indem ein Quadratzoll Kupfer und Zink, in Wasser eingetaucht, dazu hinreicht. (Chemical Gazette, 1844, No. 44.)

Ueber das Bleichen des gelben Wachses.

Schmidt empfiehlt (in Herberger und Winckler's Journal 1839, Heft 2) zum Bleichen des Wachses folgendes Verfahren, wodurch der Chlorgehalt des Wachses, welchen das Bleichen desselben mit Chlor stets zur Folge hat, vermieden wird. Man erhizt 8 Theile, durch Schmelzen und Coliren von beigemengten fremden Theilen befreites, gelbes Wachs mit 1 1/2 bis 2 Theilen Terpenthinöhl, gießt diese Mischung recht dünn in Papierkapseln, sezt sie dem unmittelbaren Sonnenlichte aus, und wiederholt dieß nach etwa 3 Tagen unter Stehenlassen, bis der Geruch des Terpenthinöhls ganz verschwunden ist. Man erhält in 8 bis 10 Tagen weißes Wachs, welches aber hinsichtlich seiner Farbe dem des Handels immer etwas nachsteht. – Apotheker Ingenohl zu Haksiel empfiehlt (Archiv der Pharmacie Bd. XXVII S. 285) zum Bleichen des Wachses den Gebrauch der Salpetersäure auf folgende Weise. Man schmilzt und colirt 1 Pfd. gelbes Wachs, sezt 2 Unzen salpetersaures Natron und dann 1 Unze mit wenigstens 9 Unzen destillirten Wassers verdünnte Schwefelsäure tropfenweise zu, hält das Ganze warm und rührt mit einem Glasstabe fleißig um. Das Gefäß hiezu muß geräumig, namentlich hoch seyn, da die Masse sehr steigt. Nachdem alle verdünnte Schwefelsäure zugesezt ist, läßt man das Ganze halb erkalten, füllt das Gefäß mit kochendem Wasser auf, rührt es tüchtig um und überläßt es der Ruhe. Die auf der Oberfläche erstarrte Wachsscheibe wird abgenommen und muß, vorzüglich zum pharmaceutischen Gebrauche, vom Glaubersalz, welches sich bei dieser Operation bildete, durch Einbringen in kochendes Wasser so oft, bis dieses kein solches mehr auflöst, vollkommen befreit werden. Es verschwindet hiedurch auch jede Spur von Salpetersäure. Der Chilisalpeter eignet sich aus dem Grund besser zu diesem Zwek, daß mit ihm die Entwiklung der Salpetersäure leichter von Statten geht als mit dem Kalisalpeter, so wie auch das Glaubersalz leichter zu entfernen ist, als das schwefelsaure Kali. Bei der starken Verdünnung der Schwefelsäure und der niedrigen Temperatur während der Entfärbung durch Salpetersäure, kann nicht wohl eine Zersezung des Wachses durch eine dieser Säuren stattfinden. (Lezteres Verfahren ist bloß eine Modification der zuerst von Solly angegebenen Methode; man vergl. polytechn. Journal Bd. LXXVIII S. 160. Die Redact.)

Fäden aus Aalhaut.

Der Juwelenhändler Williams in London bedient sich seit zwanzig Jahren der Schnüre aus Aalhaut, um Löcher in Perlen und Diamanten zu bohren. Fäden und Schnüre jeder andern Art, behauptet er, dauern nicht eine Stunde, selbst Darmsaiten sind nicht viel besser. Eine Aalhaut, in vier Riemen geschnitten und zusammengedreht, dauert 3 bis 4 Monate. – Aalhäute könnten bei manchen mechanischen Apparaten wegen ihrer Dauer von großer Wichtigkeit werden. (Allg. Ztg. für National-Industrie, 1844, Nr. 71.)

Verfahren Meubles spiegelblank zu machen.

Man nehme 1 Loth Alkannawurzel (in jeder Apotheke vorräthig), thue sie in ein neues Töpfchen, gieße 5 bis 6 Eßlöffel voll Leinöhl darauf, seze das Töpfchen