Text-Bild-Ansicht Band 83

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unterliegt, wodurch die Schwierigkeit einer genauen Berechnung bedeutend erhöht wird.

Außer den so eben erwähnten Mängeln ist es eine unbestreitbare Thatsache, daß bei den Barometern gegenwärtiger Construction eine andere Quelle der Ungenauigkeit im Allgemeinen darin liegt, daß die Höhe der Queksilbersäule häufig größer oder kleiner ist, als die graduirte Scale anzeigt. Dieß rührt von der Aenderung des Queksilberniveau's in dem Gefäß her, die sich bei dem jedesmaligen Steigen oder Fallen des Barometers bemerklich macht.

Es ist zwar richtig, daß der leztere Uebelstand in dem Maaße Vermindert werden kann, als man das Gefäß erweitert; allein eine solche Erweiterung des Gefäßes macht den Barometer kostspieliger und weit weniger tragbar, ohne den Uebelstand ganz zu beseitigen, während zugleich eine Verschiedenheit in der Weite der Gefäße einen großen Mangel an Uebereinstimmung in den Beobachtungen zur Folge hat.

In Bursill's patentirtem Normal-Heberbarometer, in seinem Marine-Heberbarometer und seinem Compensations-Gefäßbarometer sind obige Schwierigkeiten durch neue und wirksame Einrichtungen beseitigt, welche zugleich so einfach sind, daß der Gebrauch des Barometers Leuten von gewöhnlicher Fassungsgabe verständlich ist; zugleich finden aber auch diejenigen, welche diesem interessanten Gegenstande nähere Aufmerksamkeit widmen, durch Untersuchung der Principien, worauf die Construction dieser schäzbaren Apparate sich gründet, große Befriedigung.

Bei Bursill's Normal-Heberbarometer Fig. 13 ist die Röhre so eingerichtet, daß jede in Folge des Temperaturwechsels stattfindende Ausdehnung oder Contraction des Queksilbers immer nur in dem längeren Arm vor sich geht, während der Queksilberstand in dem kürzeren Arme vollkommen ungeändert bleibt, ausgenommen durch Veränderung des Drukes. Taucht man demnach das Instrument in heißes Wasser, so macht sich sehr bald ein bedeutendes Steigen des Queksilbers in dem langen Arm bemerklich, eine Veränderung des Niveau's in dem kurzen Arm kann jedoch selbst mit Hülfe eines Vergrößerungsglases nicht wahrgenommen werden.

In dem Durchschnitte Fig. 14 bemerkt man zwei Messingstangen, an deren untere Enden eine feingezahnte Stange befestigt ist. Diese Zahnstangen werden durch ein kleines, zwischen denselben angeordnetes Zahnrad in Thätigkeit gesezt; eine in einer festen Hülse spielende Schraube dient zur Einleitung dieser Bewegung. Die Einrichtung ist so getroffen, daß, während die eine Stange in die Höhe geht, die andere Stange in gleichem Maaße niedersteigt. Eine dieser Stangen