Text-Bild-Ansicht Band 83

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ist in Zolle graduirt und bildet die Scale; an die andere ist ein kleiner Pfeil befestigt, welcher einen Vernier trägt und genau nach der Höhe der Queksilbersäule bei 32° Fahrenheit (0° R.) adjustirt ist.

Beim Gebrauch des Instrumentes braucht man nur mit Hülfe der unten befindlichen Schraube die Pfeilspize oder den Nullpunkt der graduirten Scale nach der Höhe des Queksilbers in dem kurzen Arm zu stellen, worauf der oben erwähnte, an der andern Stange befestigte Pfeil mit seinem Vernier die wahre, nach der Temperatur corrigirte Höhe der Queksilbersäule angeben wird. Zeigt sich nun über dem Pfeile Queksilber, so rührt dieß von der Ausdehnung her, wird dagegen unter demselben ein leerer Raum bemerkbar, so ist dieser der Zusammenziehung des Queksilbers zuzuschreiben.

Auf solche Weise findet man den wahren Druk der Atmosphäre beinahe in einem Augenblike, ohne arithmetische Rechnung oder Beziehung auf tabellarische Formeln; denn bei diesem Barometer ist es nicht nöthig auf die Expansion der messingenen Scale Rüksicht zu nehmen, indem bei Anwendung zweier Stangen eine die andere corrigirt. Auch die sonst übliche Correction hinsichtlich der Capillarattraction ist unnöthig; denn bei dem Heberbarometer, wo beide Röhrenenden gleichen Durchmesser besizen, gleicht sich der Einfluß der Capillarität in beiden Röhren aus und der Einfluß der Depression verliert sich ganz und gar.

Bursill's Compensations-Gefäßbarometer Fig. 15 vereinigt alle Vortheile der besten seither construirten Barometer, mit Ausnahme des so eben beschriebenen Normal-Heberbarometers, da hinsichtlich der Ausdehnung und Zusammenziehung des Queksilbers keine Correction an demselben angebracht ist.

Der große Vortheil besteht darin, daß das Queksilber durch eine einfache selbstthätige Vorrichtung beständig auf einerlei Höhe in dem Gefäß erhalten wird, wie sehr auch die Queksilbersäule in der Barometerröhre steigen oder fallen möge.

Bei gewöhnlichen Barometern ist die Barometerscale von dem Niveau des Queksilbers in dem Gefäß an in Zollen graduirt, und die erste Veränderung, welche, nachdem das Instrument fertig ist, im atmosphärischen Druke stattfindet, bringt auch eine Aenderung in diesem Niveau hervor. Man hat sich mehrfach bemüht, diese Schwierigkeit zu beseitigen, aber alle seitherigen Versuche dieser Art waren mit gewissen Unannehmlichkeiten verknüpft.

Bei dem patentirten Compensations-Gefäßbarometer wird der fragliche Zwek ganz einfach dadurch erreicht, daß man das untere Ende der Barometerröhre unter einem rechten Winkel abbiegt und darauf in die Spiralform dreht. Dabei zeigt sich die Cohäsion des