Text-Bild-Ansicht Band 83

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ins Gleichgewicht bringen mit dem Uebermaaß seiner Erzeugung, welches sich seit langer Zeit in auffallender Weise fühlbar macht.

Die im Finanzministerium von Hrn. Lacave-Laplagne gebildete Commission zur Untersuchung der französischen Münzen und Münzwerkstätten wird mit Vergnügen eine Entdekung erfahren, welche einen Uebelstand abstellen kann, der sie sehr beschäftigte, nämlich die außerordentliche Anhäufung des Silbers in Frankreich, wo sich in weniger als 15 Jahren das Silbercapital verdoppelte, hingegen wenigstens fünf Siebentheile des Goldcapitals verschwanden. Sie wirb aber auch mit einiger Besorgniß wahrnehmen, daß den vielen die Reinheit der circulirenden Münzen bedrohenden Umständen durch die neuen Verfahrungsweisen und Kräfte, deren sich die Industrie bemächtigt, bisher unbekannte Mittel zu Betrügereien hinzugefügt werden. Die Mitglieder derselben müssen daher auch nach ihren Kräften dazu beitragen, daß die schon längst gefaßten Beschlüsse in Ausführung kommen, welche die französischen Münzen in weniger gefährliche Verhältnisse für das Land und in bessern Einklang mit dem gegenwärtigen Standpunkte der Wissenschaften und Künste zu bringen vermögen.

Aus dem Folgenden wird man ersehen, welchen Einfluß auf den Handel mit den edlen Metallen und auf deren Behandlung oder Bearbeitung die neue Kunst haben muß, durch welche es möglich wird, jeden metallenen Gegenstand in beliebiger Dike zu vergolden, versilbern, verplatiniren, ohne selbst die zartesten Formen im Geringsten zu verändern, einer Kunst, welche gestattet, mittelst des Gegenstandes wieder die Form, so wie aus dieser den Gegenstand wieder herzustellen, bei welcher die Producte ohne Geräusch, ohne viele Apparate, ohne Vorauslagen, ohne Handarbeit gewonnen werden und der kleinste Raum zum stärksten Betrieb hinreichend ist.

Die Vergoldung auf Messing und Silber geschah bis vor wenigen Jahren größtentheils mittelst Queksilber. Nach sorgfältigem Abbrennen des Gegenstandes strich man ihn mit Goldamalgam ein und brachte ihn dann über Feuer, um das Queksilber zu verdampfen und das Gold auf der Oberfläche des Gegenstandes rein zurük zu behalten. Bei diesem Verfahren aber sind die Arbeiter beständig der Berührung des flüssigen Queksilbers oder der Einwirkung des Queksilberdampfes ausgesezt und erliegen den traurigen Folgen der Queksilberausdünstungen.

Die Akademie hat an der Verbesserung dieses Industriezweiges hinsichtlich seines Einflusses auf die Gesundheit immer besonderes Interesse genommen. Im Jahre 1818 wurde der von einem gewesenen Bronzevergolder, Hrn. Ravrio, gestiftete Preis von 3000 Fr. durch