Text-Bild-Ansicht Band 83

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sie ihrem gegenwärtigen Mitgliede, Hrn. b'Arcet, zuerkannt. In diesem Sinne hat auch ihre Commission für der Gesundheit schädliche Gewerbe in diesem Jahre den Antrag gestellt, die Einführung der galvanischen Vergoldung in die Technik, so wie die Erfindung der Vergsldung auf nassem Wege zu belohnen, welche leztere, in England sowohl als in Frankreich, auf Messing angewandt wurde, und zwar zu vielen Handelsartikeln, was der sicherste Beweis ihres guten Erfolges und ihres Werthes ist.

Der Unterschied zwischen diesen beiden Vergoldungsmethoden besteht darin, daß die erstere, welche auf Anwendung der Volta'schen Säule beruht, die Vergoldung in jeder beliebigen Dike und bei allen Metallen gestattet, worin sie also der Queksilbervergoldung ähnlich ist, während die leztere nur eine dünne Vergoldung liefert, welche die Queksilbervergoldung nicht wirklich ersezt und sich meistens auch nicht auf dieselben Gegenstände anwenden läßt. Dessen ungeachtet stellten wir in den Werkstätten, wo die nasse Vergoldung eingeführt ist, die genauesten Untersuchungen an und ließen uus das Verfahren unter verschiedenen Modificationen öfters wiederholen.

Gerade aber, als wir der Akademie unsere Ansichten vorlegen wollten, wurde der Gegenstand durch neue Zwischenfälle complicirter und wichtiger.

Der Commission waren mehrere öffentliche Mittheilungen des Hrn. Prof. de la Rive über seine Resultate der Vergoldung mittelst der Volta'schen Säule und Goldchloridlösungen bekannt geworden. Dieses Verfahren26), dessen ganze Zukunft die Commission erkannte, gestattet das Gold so dik, als man will, aufzutragen; hat aber auch wieder einige Schwierigkeiten in der Ausführung und gewisse Fehler im Anhängen des Goldes an dem Metall. Nachdem das physikalische Princip, die Basis dieser neuen Kunst, einmal gefunden war, mußten dann noch alle chemischen Hülfsmittel angewandt werden, um die Vergoldung auch dauerhaft, glänzend und zum Mattiren, Poliren und Färben geeignet zu machen; vor allem endlich mußte die Operation ökonomisch gemacht werden.

Auch kannte die Commission genau die Methoden zur Vergoldung auf nassem Wege, wie sie Hr. Elkington in Frankreich und England ausübt, und fand, daß dieses Verfahren in den meisten Fällen die Queksilbervergoldung nicht ersezt; man kann nämlich auf diese Art nur eine so geringe Quantität Gold auftragen, daß die

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Es ist im polyt. Journal Bd. LXXVI. S. 297 mitgetheilt und eine Verbesserung desselben von Dr. Böttger, Bd. LXXVIII. S. 54.

A. d. R.