Text-Bild-Ansicht Band 83

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beste Vergoldung nach seinem Verfahren nicht so dik ist, als die schlechteste Queksilbervergoldung werben muß.

Jede dieser Vergoldungsarten hat also ihre Mängel; die Bevollmächtigten des Hrn. Elkington selbst, welche vor die Commission gerufen wurden, konnten die ihnen geäußerten Bedenklichkeiten nicht heben.

Mittlerweile erhielt die Akademie eine Abhandlung des Hrn. v. Ruolz, worin derselbe ein Verfahren beschreibt, mittelst dessen es ihm gelang, durch Anwendung der galvanischen Säule und von Lösungen des Goldes in alkalischen Cyanverbindungen eine Vergoldung auf allen Metallen zu erzielen, welche nicht nur dauerhaft ist, sondern auch in jeder beliebigen Dike, vom zartesten Häutchen bis zu mehreren Millimeter diken Schichten bewerkstelligt werden kann. Hr. v. Ruolz dehnt sein Verfahren auf Gold, Silber, Platin und viele andere schwerer zu reducirende Metalle aus.

Diese Abhandlung und die ihr beigelegten Producte nahmen das Interesse der Commission sehr in Anspruch, als der Agent des Hrn. Elkington in Paris sich beeilte, der Akademie ein Patent desselben vorzulegen, welches in Frankreich schon einige Tage vor dem des Hrn. v. Ruolz genommen wurde. Wirklich fand die Commission zu ihrer Ueberraschung, daß dieses Patent existirte, daß es ein jenem des Hrn. v. Ruolz ähnliches Verfahren enthielt, und noch begreift sie nicht, warum dieses Patent verheimlicht wurde, welches allen früheren Einwürfen auf das Siegreichste begegnete.27)

Die Prüfung aller dieser Verfahrungsarten wurde nun aufs Genaueste vorgenommen. Unser Bericht darüber wird in drei Theile zerfallen, der erste nämlich behandelt das Verfahren auf nassem Wege, wie es Hr. Elkington im Großen treibt; der zweite das galvanische Verfahren desselben Technikers; der dritte endlich jenes des Hrn. v. Ruolz.

I. Vergoldung auf nassem Wege.

Die Vergoldung auf nassem Wege geschieht durch ein praktisch sehr einfaches Verfahren, welches sich aber der Chemiker bis jezt

27)

Von einer Commission der franz. Akademie kann man mit Recht verlangen, daß sie in einem solchen Falle auch die englische Literatur berüksichtigt; aus dem Repertory of Patent-Inventions hätte sie sich überzeugen können, daß Elkington's Patent auf seine galvanische Vergoldungsmethode (mitgetheilt im polytechn. Journal Bd. LXXXII. S. 377) in England schon am 25. März 1840 ertheilt wurde; hienach hätte es ihr freilich sehr wahrscheinlich werden müssen, daß Hr. v. Ruolz in Paris, wo Elkington's Verfahren im Großen angewandt wurde, von demselben Kenntniß erhielt und seine Verdienste sich folglich auf die vielseitige Ausbeutung und Anwendung des von Elkington aufgestellten Princips reduciren.

A. d. R.