Text-Bild-Ansicht Band 83

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nicht befriedigend zu erklären weiß und das eben deßhalb in der Anwendung unerklärliche Unregelmäßigkeiten darbietet.

Dieses Verfahren besteht darin, das Gold in Königswasser aufzulösen, wodurch Goldchlorid entsteht, dieses mit einer Auflösung von Kalibicarbonat in starkem Ueberschusse zu vermischen und das Ganze ziemlich lange Zeit kochen zu lassen. Man taucht hierauf in die kochende Flüssigkeit die wohl abgebrannten Gegenstände von Messing, Bronze oder Kupfer, worauf sich die Vergoldung sogleich anlegt, indem sich etwas Kupfer von dem Gegenstande auflöst und das niedergeschlagene Gold ersezt.28)

Ein englischer Chemiker, Hr. Wright, theilte in einer Note an die Akademie die Resultate der von ihm in Verbindung mit Hrn. Elkington angestellten Versuche mit, aus welchen eine befriedigendere Erklärung dieses Verfahrens als die bisherigen hervorgeht.29)

Es geht aus ihren Versuchen hervor, daß das Goldchlorid (Perchlorür) zum Vergolden nicht wohl tauglich und das Goldchlorür (Protochlorür) hiezu viel geeigneter ist. Es wird ihnen hiedurch erklärlich, warum das Chlorid lange mit Kali-Bicarbonat gekocht werden muß, indem durch dieses fortgesezte Kochen das Chlorid, wenn auch langsam und schwierig, auf die niedere Stufe übergeht. Die Flüssigkeit nimmt dabei eine grünliche Farbe an. Aber auch die Wahl des Kalibicarbonats hat großen Einfluß auf das Resultat. Dieses Salz enthält beinahe immer Spuren organischer Substanzen, welche das Chlorid zu Chlorür reduciren können. Ist dieses Bicarbonat zu rein und fehlen diese organischen Substanzen, so gelingt die Operation nur schwierig, während das Vorhandenseyn derselben sie leicht ausführbar macht. Uebrigens können schweflige Säure, Kleesäure, Sauerkleesalz und noch viele andere organische oder mineralische Substanzen dieß bezweken und ohne allen Anstand der Flüssigkeit nach und nach zugesezt werden, bis das Gold völlig auf die niedrigere Chlorverbindung gebracht ist.

Die Commission ist in Folge ihrer eigenen Versuche geneigt, die Ansicht der HHrn. Wright und Elkington für gegründet zu halten. Sie betrachtet daher die zum Vergolden auf nassem Wege angewandte Flüssigkeit hauptsächlich als eine Verbindung von Goldchlorür und Chlorkalium, aufgelöst in einer mit Kalicarbonat und

28)

Die Beschreibung dieses von Elkington entdekten Verfahrens findet man im polyt. Journal Bd. LXV. S. 42 und die Versuche des Hrn. Professor Schubarth über diese Vergoldungsmethode Bd. LXVI. S. 126.

A. d. R.

29)

Polyt. Journal Bd. LXXXII. S. 122; man vergl. auch Péligot's Bemerkungen in demselben Bande S. 371.

A. d. R.