Text-Bild-Ansicht Band 83

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0,0428, so ergibt sich, daß die Vergoldung auf nassem Wege im glüklichsten Fall den Grad der Dike kaum erreicht, welchen die schlechteste Queksilbervergoldung erreichen muß.

Es sind dieß daher zwei verschiedene Industriezweige, wovon einer den anderen nicht ersezen kann.

II. Galvanisches Verfahren des Hrn. Elkington.

Da dieses Verfahren ziemlich einfach und die Beschreibung desselben nicht sehr lang ist, werden wir anderswo den Text des Patentes mittheilen; hier genügt ein Auszug daraus.

Hr. Elkington nimmt 31,25 Gramme in Oxyd verwandeltes Gold, 500 Gramme blausaures Kali und 4 Liter Wasser, läßt das Ganze eine halbe Stunde lang kochen, worauf die Flüssigkeit zum Gebrauch schon tauglich ist. Siedend vergoldet sie sehr schnell, kalt langsamer. In beiden Fällen werben die beiden Pole einer Volta'schen Säule mit constantem Strome hineingeleitet, indem man den zu vergoldenden Gegenstand an dem negativen Pole aufhängt, wohin sich das Metall der Auflösung begibt.

In Hrn. Elkington's Patent konnte das ohne weitere Erklärung angewandte Wort blausaures Kali einigen Zweifel übrig lassen, da die Chemiker dreierlei blausaures Kali kennen, das einfache Cyankalium, das gelbe eisenhaltige (Blutlaugensalz) und das rothe. Hrn. Elkington's Bevollmächtigter hierum befragt, erklärte, daß im Patent das einfache, das Cyankalium, gemeint sey, welches er wirklich auch anwandte, als er sein Verfahren vor uns ausführte.

Bei den Versuchen, welche wir mit dem Elkington'schen Verfahren anstellten, vergoldeten wir Messing, Kupfer und Silber.

Ein silberner Dessertlöffel mit der auf 60° C. erwärmten Flüssigkeit behandelt, erhält rasch eine regelmäßige Vergoldung; kaum eingetaucht, war er schon mit Gold bedekt. Jede Minute sezten sich ungefähr 5 Centigramme Gold darauf ab. Als wir nach sechs aufeinander folgenden Wägungen fanden, daß die Quantität in gleichlanger Zeit immer dieselbe war, sezten wir diesen Versuch nicht mehr länger fort.

Man kann also die Dike der Goldschicht nach Belieben verstärken und sie nach der Dauer der Eintauchung bemessen.

Aber das reine Cyankalium ist ein kostspieliges Salz, welches sich schwer in Auflösung aufbewahren läßt und dessen Anwendung bei der Fabrication allerlei Hindernisse fände; es ist auch zu bezweifeln, daß die Vergoldung durch dasselbe wohlfeiler zu stehen käme, als die gegenwärtige mittelst Queksilbers.