Text-Bild-Ansicht Band 83

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III. Galvanisches Verfahren des Hrn. v. Ruolz, um eine große Anzahl von Metallen auf andere Metalle aufzutragen.

Wie wir oben schon erwähnten, nahm Hr. v. Ruolz, während Hr. Elkington um einen Zusaz zu seinen Patenten (in Frankreich) nachsuchte, seinerseits ein Erfindungspatent für denselben Gegenstand. Das Verbesserungspatent des Hrn. Elkington ist vom 8. Decbr. 1840; jenes des Hrn. v. Ruolz vom 19. Decbr. Es geht aus Allem hervor, daß Hr. v. Ruolz seine Sache betrieb, ohne von Hrn. Elkington's Methode Kenntniß zu haben; übrigens ist sein Verfahren auch jezt noch von dem des englischen Technikers sehr verschieden. Wir lassen diese Patentfragen, deren Prüfung uns nicht zusteht, bei Seite, und halten uns bloß an die wissenschaftliche Erörterung des Gegenstandes; in dieser Hinsicht haben wir der Akademie folgende merkwürdige Resultate über das v. Ruolz'sche Verfahren vorzulegen.

Vergoldung. — Zum Austragen des Goldes wendet Hr. v. Ruolz, wie die HHrn. de la Rive und Elkington, die Volta'sche Säule an; er versuchte dieß aber mit so vielerlei Goldlösungen, daß es ihm ein Leichtes wurde, minder kostspielige und passendere auszufinden, als die von Hrn. Elkington angewandte.

So bediente er sich: l) in einfachem Cyankalium aufgelösten Cyangoldes; 2) in gelbem Cyaneisenkalium aufgelösten Cyangoldes; 3) in rothem Cyaneisenkalium aufgelösten Cyangoldes; 4) in denselben Cyanverbindungen aufgelösten Chlorgoldes; 5) in kohlensaurem Natron30) aufgelösten Goldchlorid-Chlornatriums; 6) in neutralem Schwefelkalium aufgelösten Schwefelgoldes.

Die Chemiker werden sich, wenn sie von allen diesen Verfahrungsweisen vernehmen, verwundern, daß die lezte, jene mit Schwefelverbindungen, die tauglichste ist und daß sie zum Vergolden der Metalle, wie der Bronze und des Messings, angewandt (welche bekanntlich für den Schwefel sehr empfindlich sind), herrlich gelingt und die schönste Vergoldung vom reinsten Tone gibt.

Uebrigens gelingen alle diese Verfahrungsarten gut, besonders aber gestatten die drei lezten, alle im Handel gangbaren Metalle zu vergolden. — So kann man Platin auf der ganzen Oberfläche oder auch nur auf gewissen Theilen vergolden und also Goldzeichnungen auf Platingrund erzielen.

Das Silber vergoldet sich so leicht, so regelmäßig und mit so

30)

Das analoge Kalisalz taugt nicht hiezu.