Text-Bild-Ansicht Band 83

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Mit dem Zinn hat Hr. v. Ruolz sehr interessante Versuche angestellt. Er fand, daß es für sich allein nicht gut zu vergolden ist, daß es aber, nachdem man es mittelst der Säule und einer Kupferlösung zuvor mit einem höchst zarten Kupferhäutchen überzogen hat, sich so eben leicht vergoldet, wie das Silber. Das Zinnvermeil ist sogar so schön, daß dieser neue Artikel gewiß guten Absaz erhalten wird, obwohl wir auch bemerken müssen, daß man wegen des hohen Preises des Goldes nicht leicht auf Zinnbesteke eine Goldschicht wird auftragen können, welche für die Dauer auch dik genug ist, ohne den Preis zu sehr zu erhöhen.

Die Commission legte großen Werth darauf, sich genau über das Detail der Operation, mittelst welcher man das Gold auf die verschiedenen Metalle aufträgt, zu unterrichten. Es fragt sich hiebei, kann man wirklich die Dike der Goldschicht nach Belieben verstärken, so daß dasselbe oder noch mehr damit erreicht wird, als mit der Queksilbervergoldung? Sezt sich ferner das Metall regelmäßig oder auf veränderliche Weise an? Welchen Antheil hat die Temperatur der Flüssigkeit, ihre Concentration, die Anzahl der Elemente der Volta'schen Säule, die Art der angewandten Metalle dabei? Ohne auf die Erschöpfung dieser Fragen Anspruch zu machen, wie sie nach längeren Untersuchungen erst stattfinden kann, wollte die Commission hier nur das auf das Praktische Bezügliche zunächst ermitteln.

Die Fällung des Goldes findet regelmäßig statt und steht genau im Verhältniß zur Zeit der Eintauchung, ein schäzbarer Umstand, welcher die Dike der Vergoldung nach der Dauer der Operation zu beurtheilen und sie beliebig abzuändern gestattet. Um dieß zu beweisen, brauchen wir hier nur einige unserer Versuche anzuführen.

Man operirte mit einer Auflösung von 1 Gramm trokenen Chlorgolds in 100 Grammen Wasser, welches 10 Gramme gelbes Cyaneisenkalium (Blutlaugensalz) enthielt.

Die erregende Flüssigkeit der Volta'schen Säule bestand aus einer Auflösung von schwefelsaurem Kupfer und Kochsalz von 10° Baumé; man benuzte 6 Plattenpaare, jedes von 2 Decimeter Seitenlänge.

Der Versuch wurde zuerst mit polirten Silberplatten von 5 Centimeter Seitenlänge angestellt. Die zu vergoldende Oberfläche betrug daher 50 Quadratcentimeter.

Temperatur der Flüssigkeit, 60° C.

Abgeseztes Gold.
Erste Eintauchung, 2 Minuten 0,063 Gramme.
Zweite deßgl. 0,063
Dritte deßgl. 0,063
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im Mittel 0,065 Gramme.