Text-Bild-Ansicht Band 83

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Fall. Man müßte z. B. mit den Cyanmetalllösungen, um gleiche Diken zu erhalten, den Versuch beim Platin 100- bis 200mal länger dauern lassen, als bei Silber und Gold.

Benuzt man aber Doppelchlorplatinkalium, in Aezkali aufgelöst, so kann man damit eben so leicht und schnell verplatiniren, als vergolden und versilbern.

Die Chemiker können sich also auf diese Art leicht große verplatinirte Messingschalen verschaffen. Die Waffenverfertiger können dieses Verfahren auf verschiedene Weise benuzen, um die oxydirbaren oder von schwefligen Ausdünstungen anlaufenden Metalle, welche zur Waffenfabrication gebraucht werden, zu präserviren.

Die Bijouterie kann das Platin zu ihren Verzierungen anwenden.

In der Uhrmacherei bietet das Verplatiniren ein herrliches Mittel dar, um diejenigen Theile, deren Oxydation am meisten zu fürchten ist, mit einem sehr dauerhaften Firniß zu überziehen.

Da das Platin zu diesen Zweken aus der rohen Lösung des Platinerzes gewonnen werden kann und die außer dem Platin darin enthaltenen Metalle ohne Einfluß sind, so kostet das Platin in diesem Falle kaum so viel als das Silber, indem es der Erfahrung nach bei der halben Dike eben so gut schüzt.

Die Fabrikanten chemischer Producte werden ohne Zweifel häufig Gelegenheit haben, das Platin in dieser neuen Form zu benuzen; es wäre z. V. sehr zu wünschen, daß die Platinretorten zum Concentriren der Schwefelsäure durch verplatinte Eisenretorten ersezt werden könnten. Viele Fabriken, wo sich der Gebrauch gläserner Retorten erhalten hat, würden diese ohne Zweifel aufgeben und die Gesundheit und das Leben ihrer Arbeiter nicht so der Gefahr aussezen, wenn die Platingeräthschaften weniger kostspielig wären.

Die Apotheker werden nicht ermangeln, diese neue Anwendung des Platins für viele Geräthschaften zu benuzen.

Um einen gehörigen Begriff von den Schwierigkeiten zu geben, auf welche man bei diesem Verfahren durch die Beschaffenheit der angewandten Auflösungen stoßen kann, theilen wir die Resultate einiger Versuche mit.

Man benuzte bei denselben sechs Elemente der nämlichen Säule, wie bei der Vergoldung; sie waren ebenso geladen, und die Temperaturverhältnisse waren dieselben.

Die Flüssigkeit bestand aus 1 Gramm Cyanplatin, in 100 Gr. Wasser mit 10 Grammen gelbem Cyaneisenkalium aufgelöst.

Die Temperatur betrug 80 bis 85° C., bei welcher sich vom