Text-Bild-Ansicht Band 83

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Golde wenigstens 0,030 Gramme in der Minute abgesezt hatten. Beim Platin wäre der Niederschlag in einer Minute so gering gewesen, daß er nicht hätte bemessen werden können; es mußten daher die Versuche auf wenigstens 4 Minuten ausgedehnt werden.

Messingplatte von 5 Centimeter Seitenlänge.Flüssigkeit von 85° C.
Abgeseztes Platin.
Erste Eintauchung, 4 Minuten 0,001 Gramme.
Zweite deßgl. 0,001
Dritte deßgl. 0,001

In 12 Minuten also sezten sich auf einer Platte, welche 0,378 Gramme Gold aufgenommen hätte, unter denselben Umständen nur 0,003 Gramme Platin ab. Hieraus ersieht man, wie wichtig die Beobachtung des Hrn. v. Ruolz ist, welcher, wie oben schon erwähnt wurde, fand, daß bei Anwendung einer Lösung von Chlorplatin in Aezkali die Ablagerung des Platins eben so schnell, wie die des Goldes, oder doch wenigstens wie die des Silbers erfolgt.

Wenn die Fällung des Platins nicht hätte beschleunigt werden können, so wären die Kosten, um dieses Metall aufzutragen, dadurch so erhöht worden, daß seine Anwendung sehr beschränkt geblieben wäre. Nun ist es aber sehr zu wünschen, daß der Gebrauch desselben stark und nuzbringend werde, einerseits im Interesse der Platinbergwerke, denen es bisher an Absaz fehlte, andererseits im Interesse der Consumenten, welche die mit Platin überzogenen Metalle wegen ihrer Unveränderlichkeit, ihres schönen Aussehens und der Sicherheit, womit sie zu allen Zweken angewandt werden können, schäzen müssen.

Die außerordentliche Dehnbarkeit des Goldes hat schon die Aufmerksamkeit Réaumur's und vieler Physiker nach ihm auf sich gezogen. Man könnte aber glauben, daß das Platin nicht dieselbe Eigenschaft besize, oder daß wenigstens seine Dehnbarkeit viel geringer wäre. Die Bemerkung mag daher einiges Interesse gewähren, daß man mit einem einzigen Milligramm Platin eine Oberfläche von 50 Quadratcentimeter gleichmäßig bedeken kann, was einer Dike von 1/100000 Millimeter und folglich dem zartesten Häutchen entspricht, von welchem wir uns durch directe Beobachtung eine richtige Vorstellung machen können.

Verkupferung. — Hr. v. Ruolz beschränkte sich nicht auf das Auftragen der edlen Metalle; er versuchte auch mehrere der gebräuchlichen Metalle zu verkupfern, zu verzinken und zu verbleien.

Die Verkupferung auf Eisenblech oder Gußeisen bietet ein Mittel zu einem wohlfeileren Schiffsbeschlag, wenn nämlich die Erfahrung die Erwartungen von diesem Producte bestätigt.