Text-Bild-Ansicht Band 83

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des Bleioxydes in Kali wirken, so kann man Eisen und überhaupt alle Metalle mit einem Bleiüberzug versehen.

Für die Fabrication chemischer Producte läßt sich diese Entdekung benuzen, um innen verbleite Kessel aus Eisenblech zu erhalten, welche die massiven bleiernen Kessel ersezen können. Es gibt übrigens wenig Fälle, wo das Blei wegen seiner selbst den Vorzug vor anderen Metallen verdient, es sey denn wegen seines niederen Preises und seiner leichten Behandlung.

Verzinnung. — Das neue Verfahren bietet ein leichtes und schnelles Mittel dar, Kupfer, Bronze, Messing, Stabeisen und sogar Gußeisen kalt zu verzinnen.

Uebrigens bedienen sich die Arbeiter, welche die Steknadeln verzinnen, schon seit langer Zeit, ohne es zu wissen, in der That eines galvanischen Verfahrens, indem sie die Nadeln, gekörntes Zinn und mit Weinstein beladenes Wasser zusammenbringen. Die beiden Metalle bilden eine wahre Säule, deren negativer Pol, nämlich die Nadeln, das Zinn in dem Maaße anzieht, als es sich auflöst, und sich verzinnt, indem er dessen Fällung veranlaßt.

Die Verzinnung des Eisens und des Zinks wäre nach diesem Verfahren unmöglich; man müßte nothwendig eine von den angewandten Metallen unabhängige Volta'sche Säule zu Hülfe nehmen.

Beim Kupfer und anderen dem Zinn gegenüber negativen Metallen kann man mit dem Zinn selbst und dem zu verzinnenden Metall eine galvanische Kette bilden und sich des Weinsteins bedienen, um das Zinn aufzulösen, wie dieß beim Verzinnen der Nadeln geschieht, oder nach Böttger's Vorschlags31) einer Lösung von Zinnoxyd in Kali.

Verkobalten; Vernikeln. — Die Akademie wird nicht ohne Interesse unter den vorgelegten Proben die mit Nikel und Kobalt überzogenen Gegenstände wahrnehmen.

Das Kobalt, dessen Farbe jener des Platins sehr nahe kommt, wurde zum Ueberziehen kupferner Musikinstrumente angewandt, wozu es einen dem Auge angenehmen, dauerhaften und nicht sehr theuren metallischen Firniß liefert. Doch scheinen nach Allem das Platin, das Gold oder das Silber den Vorzug zu verdienen. Das Kobalt kann jedoch immerhin als Mittel zum Abwechseln in der Farbe benuzt werden.

Die Erfahrung hat übrigens nachgewiesen, daß durch das derartige Verändern der Oberfläche tönender Instrumente und durch das Ueberziehen des Metalls, woraus sie bestehen, mit einem anderen,

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Polyt. Journal Bd. LXXXII. S. 77.