Text-Bild-Ansicht Band 83

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ihre Eigenschaften in musikalischer Hinsicht gar nicht verändert werden. Das geübteste Ohr findet keinen Unterschied.

Das Nikel wurde vorzüglich bei Schlosser- und Sattlerarbeiten versucht; da es nicht theuer ist, nicht viel davon erfordert wird und es der Luft ziemlich gut widersteht, so bemerken wir, daß dieses Metall sich sehr gut auf Eisen anlegt, was eine wichtige Anwendung werden kann für sorgfältig gearbeitete Schlösser, und vorzüglich für die Großuhrmacherei, und sogar für viele Maschinentheile, welche man gegen den Einfluß der Luft schüzen will, ohne sie oft einzufetten.

Verzinkung. — Unter den Verfahrungsweisen des Hrn. v. Ruolz haben diejenigen zur Verzinkung der Metalle und namentlich des Eisens das Interesse der Commission sehr in Anspruch genommen.

Das verzinkte Eisen erhält die Fähigkeit, den oxydirenden Einwirkungen der Luft, insbesondere der feuchten, so wie des Wassers, zu widerstehen. Das Zink, welches oxydirbarer ist, als das Eisen, schüzt wirklich lezteres Metall vor Oxydation, und oxydirt sich selbst beinahe gar nicht dabei; denn wenn es einmal mit einer Schicht Suboxyd überzogen ist, hört alle weitere Veränderung auf.

Bei den meisten von Hrn. v. Ruolz versuchten Anwendungen ist das abgelagerte Metall dem überzogenen Metall gegenüber in negativem Zustande. Aller Schuz, welchen der Metallfirniß in einem solchen Falle gewährt, beruht auf seinem unversehrten Zusammenhang, denn wenn er nur an irgend einem Punkte verlezt ist, so daß die feuchte Luft bis zum innern Metall dringen kann, so wird die Schicht auf der Oberfläche, weit entfernt als Schuzmittel zu dienen, vielmehr ein Beförderungsmittel der Oxydation.

Das auf Eisen aufgetragene Zink beschüzt jenes daher doppelt; so lange es unverlezt ist, als Firniß, und nachdem es verlezt ist, durch galvanische Wirkung. Diese Eigenthümlichkeit erklärt den Erfolg des verzinkten Eisens in allen jenen Fällen, wo es in der Kälte angewandt und nicht seine ganze Zähigkeit gegen den Widerstand in Anspruch genommen wurde.

Das verzinkte Eisen soll im Allgemeinen nicht als Behälter für warmes Wasser angewandt werden; die galvanische Wirkung der beiden Metalle führt sehr rasch die Oxydation des Zinks herbei und das Eisen wird dadurch ebenfalls besonders rasch vom Roste angefressen. Diese Bemerkung soll die Techniker bei der Anwendung des neuen Verfahrens leiten und kann sie vor Verrechnung in allerdings seltenen, aber eben deßwegen durch die Erfahrung allein nicht erklärbaren Fällen schüzen.

Die Verzinkung des Eisens durch Eintauchen desselben in ein