Text-Bild-Ansicht Band 83

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Reagentien, wie z. B. die Schwefelblausäure, nie die geringste Spur von Eisen an. Man bringt hierauf die arsenikalischen Flüssigkeiten in eine doppelt-tubulirte Flasche und sezt den Zink hinzu. In einer dieser Tubulaturen befindet sich eine gerade, mit Trichter versehene Röhre, die bis auf den Boden hinabreicht, in der anderen ein gebogenes Rohr, welches in ein langes, enges, mit ganz reiner Salpetersäure gefülltes Probirglas mündet. Die Salpetersäure entzieht dem in sie strömenden Wasserstoffgas alle metallischen Substanzen, womit es verbunden seyn kann, und sollte Arsenik vorhanden seyn, so bleibt er aller in der Säure im Zustand von Arseniksäure. Man dampft nun die Flüssigkeit in einer kleinen Porzellanschale bis zur Trokne ab; die nicht flüchtige Arseniksäure bleibt am Boden der Schale zurük. Der Rükstand wird mit destillirtem Wasser behandelt und mit den bekannten Reagentien auf Arsenik, nämlich dem salpetersauren Silber, dem schwefelsauren Kupferammoniak, den ammoniakalischen Kobalt- und Nikelsalzen und dem Schwefelwasserstoff probirt. Hat das Gas Antimon, Tellur, Selen mit fortgerissen, so verhalten sich diese Substanzen in Salpetersäure aufgelöst und zur Trokne abgedampft alle anders; so würde das Antimon unlösliche Antimonsäure bilden, das Tellur ein durch Erhizen in unauflösliches Telluroxyd zersezbares Nitrat, endlich das Selen Selensäure bilden, welche von der Arseniksäure sehr verschiedene Merkmale besizt; sie schlägt nämlich das salpetersaure Silber weiß nieder und gibt durch eine Zinkplatte reducirt Selen als rothes Pulver. Phosphorsaures Ammoniak, Eisen und Zink geben ebenfalls andere Reactionen; das phosphorsaure Salz nämlich gibt mit den Silbersalzen einen sehr hellgelben Niederschlag, ganz und gar keinen aber mit dem Schwefelwasserstoff; Eisen bildet im Wasser unlösliches Oxyd und das Zink eine gegen alle Reagentien auf Arsenik unempfindliche Solution. — Dieses neue Verfahren läßt nicht nur auf ganz sichere Weise die geringsten Spuren Arseniks erkennen, weil das Gas durchaus nur mit Salpetersäure zusammengebracht und ihm der Arsenik vollkommen entzogen wird, sondern gestattet auch, die in irgend einem Körper enthaltene Menge arseniger Säure auf das Genaueste zu bestimmen, indem man den beim Abdampfen der Salpetersäure bleibenden Rükstand wägt.