Text-Bild-Ansicht Band 83

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LV. Ueber die Ursache der Elektricität des ausströmenden Dampfes; von Wm. G. Armstrong.

Aus dem Philosophical Magazine. Jan. 1842, S. 5.

Mit einer Abbildung auf Tab. IV.

Nach einer Pause von einigen Monaten habe ich vor Kurzem meine Versuche über diesen merkwürdigen Gegenstand wieder aufgenommen und mich endlich überzeugt, daß die Stelle, wo die Elektricität erregt wird, diejenige ist, an welcher der Dampf einer Reibung unterworfen ist.

Als ich über viele der schon berichteten Versuche54) weiter nachdachte, schöpfte ich die Ueberzeugung, daß die in einem isolirten Dampfkessel während des Dampfauslassens sich zeigende Elektricität nicht der sie begleitenden Wasserverdampfung zugeschrieben werden kann; da ich gar keine andere im Kessel wirksame Ursache auffinden konnte, welcher der Effect mit einiger Wahrscheinlichkeit zugeschrieben werden könnte, so wurde ich überzeugt, daß die Quelle der Elektricität nur an der Mündung, durch welche der Dampf austritt, oder an der Leitung, durch welche er ihr zugeführt wird, seyn kann. Diejenigen meiner frühern Versuche, welche gegen diese Annahme zu streiten scheinen, dachte ich, müßten täuschend geworden seyn durch Unterlassung geeigneter Vorkehrungen, um die Leitung der Elektricität durch Feuchtigkeit zwischen Theilen des Apparats zu verhüten, welche ich in Beziehung zu einander für isolirt hielt. Ich beschloß daher, den Hauptversuch dieser Art zu wiederholen, aber solche Maßregeln dabei zu treffen, welche dem erwähnten Uebelstand begegnen; ich verfuhr dabei wie folgt.

In einen isolirten Dampfkessel stekte ich das eine Ende der Glasröhre A (Fig. 37), welche sich in horizontaler Lage befand und an deren anderes Ende ein Sperrhahn C befestigt war, dessen Passage bedeutend enger war, als diejenige der Röhre; damit sich zwischen dem Kessel und dem Hahn durch Absezen von Feuchtigkeit an die innern Glaswände keine Elektricität fortleiten könne, umgab ich einen Theil der Röhre mit einem rothglühenden eisernen Cylinder B. Nun befestigte ich an den Hahn eine zweite Glasröhre D, an deren Ende der Dampf austrat.

Beim Oeffnen des Hahns zeigte sich der austretende Dampf, wie gewöhnlich, positiv elektrisch; der Kessel aber, welcher bei allen frühern

54)

Polyt, Journal Bd. LXXIX. S. 20.200.414. Bd. LXXI. S. 6.310.