Text-Bild-Ansicht Band 83

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Auch erhielt ich kürzlich sehr beachtenswerthe Resultate hinsichtlich der Veränderungen, welche unter gewissen Umständen in dem elektrischen Zustand der Dampfwolke und des Kessels stattfinden. Als der Kessel oder Generator von Stükmetall, welchen ich in einer frühern Mittheilung einmal beschrieb, noch neu und seine innern Wände rauh und oxydirt waren, zeigte sich die Elektricität des Dampfes gleichbleibend positiv, vorausgesezt daß keine das Metall angreifende Substanz dem Wasser beigemischt war; als aber kürzlich dieser Generator ausgebohrt wurde, so daß er innerlich eine glatte Oberfläche erhielt, wurde der Dampf negativ elektrisch, obwohl im Wasser nichts enthalten war, was diese Wirkung hervorbringen konnte. Ich verzinnte hierauf innerlich den Generator; der Dampf blieb aber immerfort negativ elektrisch.

Der Kessel, dessen ich mich gegenwärtig bediene, ist von Stabeisen und die Elektricität des von ihm entladenen Dampfes war unverändert positiv, außer in dem sogleich zu erwähnenden Fall. Kali und Natron, welche in dem Kessel von Stükmetall so sehr die positive Elektricität der Dampfwolke zu vermehren strebten, scheinen, in den eisernen Kessel gebracht, wenig Wirkung zu haben; doch habe ich die Säuren und anderen Körper, welche in dem Stükmetallkessel die negative Elektricität des Dampfes erzeugten, in dem eisernen Kessel noch nicht versucht.

Wegen des Einflusses jedoch, welchen der Zustand der innern Oberfläche des Kessels auf die Elektricität des Dampfes entschieden ausübt, wollte ich versuchen, ob der Dampf des eisernen Kessels nicht zum Entwikeln negativer anstatt positiver Elektricität dadurch gebracht werden kann, daß man ihn auf seinem Wege zur Austrittöffnung mit einer ausgedehnten Fläche polirten Messings in Berührung bringt; in dieser Absicht leitete ich den Dampf aus dem Kessel durch eine innen geglättete und polirte Messingröhre von 1½ Zoll Durchmesser, welche sich in ein kleines Loch endigte, aus dem der Dampf austrat. Unter diesen Umständen blieb die Elektricität des Dampfs fortwährend positiv, wurde aber sehr schwach. Ich befeuchtete hierauf die Innenseite der Messingröhre mit verdünnter Salpetersäure, wodurch der Dampf des eisernen Kessels zum erstenmal, wiewohl nicht in hohem Grade, negativ wurde.