Text-Bild-Ansicht Band 83

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etwas Wasser ausgetrieben und die 2 Unzen Wasser wurden zu 3 Unzen Salzsäure von 1,10 spec. Gew. Beide Portionen sind absolut rein. Nimmt man beim erstenmal 3 Unzen Wasser, so werden 4,5 (Volum-) Unzen Säure von 1,65 spec. Gew. erhalten; und wenn man an die Stelle der Säure wieder 2 Unzen Wasser bringt, weitere 3,5 Unzen von 1,065 spec. Gew. Nimmt man auf einmal 5 Unzen Wasser zum Condensiren der Säure und läßt sie bis zur Vollendung der Destillation, so erhält man 7,5 (Volum-) Unzen von 1,155 spec. Gew. Dr. Clark findet Schwefelsäure von 1,65 spec. Gew. noch zwekmäßiger als solche von 1,60.

LVIII. Ueber bleifreie Töpferglasur (aus Hohofenschlaken bestehend); von H. Reinsch.

Aus Erdmann's u. Marchand's Journal für praktische Chemie, 1842, Nr. 2.

Es ist bekannt, daß die Bleiglasur der irdenen Gefäße schon öfters die Veranlassung zu Erkrankungen gegeben hat, da sich diese, zumal wenn die Töpfe länger gebraucht und durch Scheuern rauh geworden sind, in sauren Flüssigkeiten auflöst, was vorzüglich dann stattfindet, wenn solche Flüssigkeiten in bleiglasirten Gefäßen erkalten. Man hat sich deßhalb bemüht, eine gute bleifreie Glasur zu entdeken, welche die Vortheile jener, nämlich deren leichte Schmelzbarkeit und vollkommene Verglasung der Gefäße besizt, ohne deren nachtheilige Folgen auf die Gesundheit auszuüben.

Das einfachste Verfahren, um dieses zu bewerkstelligen, scheint bis jezt noch wenig bekannt zu seyn, und ich halte es daher nicht für überflüssig, auf dasselbe aufmerksam zu machen.

Es bestehen hier in Kirchenlamitz mehrere bedeutende Töpfereien, welche einen großen Theil des nördlichen Bayerns, der Herzogthümer Sachsen und der fürstl. Reußischen Länder mit ihren Fabricaten versehen. Der Vortheil der hiesigen Geschirre besteht vorzüglich in ihrer großen Dauerhaftigkeit und deren Unveränderlichkeit im Feuer. Man kann einen leeren Topf ohne vorhergegangenes Erwärmen kek in starkes Kohlenfeuer sezen, ohne daß derselbe springt; ja diese Gefäße sind zu chemischen Arbeiten selbst den hessischen Schmelztiegeln weit vorzuziehen; ich habe schon öfters silberhaltige Erze mit 6–8 Pfd. Blei oder auch mit Bleiglätte in der stärksten Hize geschmolzen, ohne daß ein solcher Topf gesprungen oder das fließende Metall durchgedrungen wäre. Dabei kostet ein solcher Topf vom Inhalt eines Maaßes 1 kr., während ein hessischer Schmelztiegel