Text-Bild-Ansicht Band 83

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anzubringen, und das Fernrohr selbst mit einem Zeiger in Verbindung zu bringen, der beim Heben und Senken so wie beim Herumdrehen desselben unmittelbar den gesuchten Ort auf der Karte anzeigt. Es ist leicht einzusehen, daß man sich dieses Apparates auch bei Tage bedienen kann, um auf Standpunkten, von wo man einer weiten Aussicht in die Runde genießt, beliebige Punkte der Landschaft aufzusuchen oder die gesehenen namentlich kennen zu lernen.

Heft 3 und 4. — Beschreibung der in Schemnitz bestehenden Drahtseilschlag-Maschine und der ganzen Verfertigung der Drahtseile selbst. — Enthält sehr ausführliche und interessante Nachrichten über die Anfertigung der Eisendrahtseile für Bergwerke, und Erfahrungen über die großen Vorzüge derselben vor den Hanfseilen. Die beschriebene und abgebildete Maschine zum Drehen (Schlagen) der Drahtseile ist eine Abänderung der von Wurm in Wien erfundenen. Die Seile bestehen aus drei Lizen oder Strängen, jeder Strang aus vier Drähten von ⅛ Zoll Dike. Die Lizen haben auf 6 Zoll Länge Eine Drehung, und die Seile auf 12 Zoll Länge Eine Drehung; die Richtung des Zusammendrehens ist (abweichend von dem Verfahren bei der Anfertigung hanfener Seile) in den Lizen und in den Seilen die nämliche. Man theert die Seile mit einer Mischung von 20 Pfd. gemeinem Harz, 1 Pfd. Talg und ungefähr 5 Pfd. Rüböhl, wovon auf jede Klafter Seillänge etwa 8 Loth nöthig sind. Eine Klafter Drahtseil wiegt 2¾ Pfd. (Wiener Gewicht.) Das erste Drahtseil für Ungarn kam im Jun. 1836 aus Klausthal am Harze (von dem Erfinder, Oberbergrath Albert) und war zur Zeit der Abfassung des Berichtes (Mai 1840) schon 3 Jahr 10 Monate in Gebrauch, ohne eine merkliche Beschädigung erlitten zu haben. Bis zum Mai 1840 sind in Schemnitz selbst bereits 10,200 Klafter Drahtseil für ungarische Bergwerke verfertigt worden, wo man bald keine hanfenen Treibseile mehr im Gebrauch finden wird.

Beschreibung des neuconstruirten eisernen Brodbakofens von dem Schlossermeister Schörg in München (ohne Zeichnung).59). Dieser Ofen ist bei einem Münchener Bäker in täglichem Gebrauch, und liefert sehr gut gebakenes Brod. — Wahrscheinlich stimmt er im Baue nahe überein mit dem Bratofen des nämlichen Erfinders (s. weiter unten, bei den Privilegien-Beschreibungen).

Heft 7. Die Benuzung der aus den Frisch- und Schmiedefeuern etc. ausströmenden Gasflamme zur Erwärmung

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Polytechn. Journal Bd. LXXIX. S. 395