Text-Bild-Ansicht Band 83

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Im 7. Hefte: Verfertigung der Korkstiefel und Korkschuhe; von Mirwald. — Anleitung, das Zuschneiden der Frauenzimmerkleider nach dem Maaße, vermittelst Modellen, in wenigen Stunden zu erlernen; von Gremser. — Verfahren zur Anfertigung von Schuhen und Stiefeln, von Schüßler. — Der Patentirte tränkt das Leder mit Leimauflösung und unterwirft es nachher einem zweiten Gerbungsprocesse mit Lohe und Knoppernmehl in der Absicht, auch die natürlichen Poren der Haut mit Ledersubstanz auszufüllen, somit eine vollkommene Dichtigkeit des Leders zu erreichen. Es ist schwer, die Größe des dadurch etwa wirklich entstehenden Nuzens zu schäzen, wenn man keine Erfahrungen darüber zur Hand hat; jedoch muß man gestehen, daß sowohl der Gedanke an sich, als die Beschreibung alle Achtung verdient, wenn beide von dem Patentirten (der als Schuhmachergesell bezeichnet ist) selbst herrühren.

Im 8. und 9. Hefte: Verbesserte Construction der Kreiselräder, von Pauli und Meyer. — Die durch Zeichnung und Beschreibung sehr gut erläuterten Verbesserungen bestehen 1) in einer solchen Gestalt des Radbodens, daß dadurch der untere Zapfen seine Stellung nahe unter dem Niveau des Wassers erhält, wobei die Oehlung auf vortheilhafte Weise mittelst einer Durchbohrung der Pfanne bewirkt wird; 2) in einer Vorrichtung zur genauen Stellung und Centrirung der Leitcurven von der oberen Gegend der Welle aus. Mit diesen Abänderungen haben die Erfinder ein Kreiselrad für die Kunstmühle in Bobingen bei Augsburg ausgeführt.

Verfahren, Fette zu entmischen und die daraus entstandenen fixen Fettsäuren zur Beleuchtung anzuwenden. Von Kramer in Mögeldorf bei Nürnberg. — Der Patentirte hat eine eigenthümliche Ansicht von der chemischen Constitution der Fette, indem er sie als Verbindungen einer noch nicht isolirt dargestellten organischen Basis mit den verschiedenen fetten Säuren, das bei der Verseifung zum Vorschein kommende Oehlsüß aber als Hydrat jener Basis betrachtet. Wenn er hierin auf hypothetischem Wege weiter zu sehen wagt, als chemische Untersuchungen zur Zeit geführt haben, so wolle man ihm hierüber keinen Vorwurf machen. Es ist eine zu gewöhnliche Erscheinung, daß chemische Techniker, oft nur mit halben Vorkenntnissen ausgerüstet, nicht ihr Werk ganz gethan zu haben glauben, wenn sie nicht ihre praktischen Leistungen mit einem vermeintlichen Nimbus kühner theoretischer Speculation umgeben. Das Verfahren zur Darstellung der Stearinsäure, welches den Gegenstand des Privilegiums ausmacht, weicht von dem allgemein bekannten nicht ab. Ich habe kürzlich Stearinsäurelichte von